Foto: Jean-Marc Pascolo · CC BY-SA 3.0
Roter Fingerhut
Digitalis purpurea
Mit seinen hohen Ähren glockenförmiger Blüten ist der Rote Fingerhut eine Pflanze von großer Schönheit, aber sehr giftig, berühmt in Gärten und in der Medizin.
Eigenschaften
Eine mit Vorsicht zu handhabende Eleganz
Der Rote Fingerhut ist eine der spektakulärsten Blütenpflanzen der europäischen Gärten und Wälder. Er bildet hohe, aufrechte Ähren, an denen sich in einer Reihe zahlreiche hängende, glocken- oder fingerhutförmige Blüten anordnen, in Farben von Rosa-Purpur bis Weiß, oft innen gefleckt. Es ist eine zweijährige oder kurzlebige ausdauernde Pflanze: Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten erhebt sie ihren spektakulären Blütenstand. Die ganze Pflanze ist jedoch sehr giftig und muss mit großer Sorgfalt behandelt werden.
Lebensraum und Verbreitung
Er ist in weiten Teilen Europas verbreitet, wo er wild in Waldlichtungen, an Wegrändern, auf gestörten Böden und in hügeligen und bergigen Gebieten wächst. Er bevorzugt saure, frische, humusreiche Böden und halbschattige Standorte. Es ist eine robuste Pflanze, die sich gut an gemäßigte Klimate anpasst und sich durch ihre unzähligen winzigen Samen leicht ausbreitet.
Eine giftige und heilkräftige Pflanze
Der Fingerhut ist traurigerweise für seine Giftigkeit bekannt: Er enthält Substanzen, die stark auf das Herz wirken. Schon das Verschlucken kleiner Teile kann für Mensch und Tier äußerst gefährlich sein. Doch genau diese Substanzen wurden, entsprechend isoliert und in streng medizinischem und pharmazeutischem Rahmen dosiert, historisch zur Behandlung bestimmter Herzkrankheiten verwendet. Es ist ein klassisches Beispiel einer Pflanze an der Grenze zwischen Gift und Medizin, deren Anwendung ausschließlich den Fachleuten obliegt.
Anbau
In Gärten ist der Fingerhut wegen seiner imposanten Ähren sehr beliebt, ideal in Rabatten und naturnah gestalteten Gärten. Er wird im Halbschatten, in frischem, gut durchlässigem Boden gezogen und wird auch von Bestäubern geschätzt, insbesondere von Hummeln, die in die glockenförmigen Blüten schlüpfen. Er sollte jedoch vorsichtig dort platziert werden, wo keine Gefahr besteht, dass Kinder oder Haustiere seine Teile verschlucken.
Sicherheitshinweis
Da es sich um eine sehr giftige Pflanze handelt, darf der Rote Fingerhut niemals verschluckt oder zu 'selbstgemachten' Heilzwecken verwendet werden. Nach dem Anfassen sollte man sich die Hände waschen. Seine Schönheit genießt man mit den Augen: Er ist eine Zierpflanze, keine Pflanze zum Verzehr.
Blütezeit
Praktische Tipps
Wasserbedarf: Regelmäßig, frischer Boden — prüfe vor dem Gießen immer die Substratfeuchte.
Bevorzugt Halbschatten: sorge für das richtige Licht und drehe die Pflanze für gleichmäßiges Wachstum.
Empfohlener Boden: Sauer, frisch, humusreich. Erneuere das Substrat alle 1-2 Jahre.
Wische die Blätter mit einem feuchten Tuch ab, um die Photosynthese zu fördern.
Dünge während der Wachstumszeit (Frühling-Sommer) und pausiere im Winter.
Vorteile
- Spektakuläre, dekorative Blütenähren
- Von Bestäubern wie Hummeln geliebt
- Robust und für Naturgärten geeignet
- Breitet sich leicht durch Samen aus
Nachteile
- In allen Teilen sehr giftig
- Gefährlich für Kinder und Haustiere
- Kurzlebige Pflanze, muss nachgesät werden



