Blumen

Roter Fingerhut

Digitalis purpurea

Mit seinen hohen Ähren glockenförmiger Blüten ist der Rote Fingerhut eine Pflanze von großer Schönheit, aber sehr giftig, berühmt in Gärten und in der Medizin.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NameDigitalis purpurea
Höhe100-200 cm
SonneHalbschatten
WasserRegelmäßig, frischer Boden
BodenSauer, frisch, humusreich
ToxizitätIn allen Teilen sehr giftig: nicht verzehren
WachstumZweijährig oder kurzlebig ausdauernd
TemperaturRobust, bevorzugt gemäßigte Klimate
BlütezeitJun, Jul
BewässerungRegelmäßig, Trockenheit und Staunässe vermeiden

Eine mit Vorsicht zu handhabende Eleganz

Der Rote Fingerhut ist eine der spektakulärsten Blütenpflanzen der europäischen Gärten und Wälder. Er bildet hohe, aufrechte Ähren, an denen sich in einer Reihe zahlreiche hängende, glocken- oder fingerhutförmige Blüten anordnen, in Farben von Rosa-Purpur bis Weiß, oft innen gefleckt. Es ist eine zweijährige oder kurzlebige ausdauernde Pflanze: Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten erhebt sie ihren spektakulären Blütenstand. Die ganze Pflanze ist jedoch sehr giftig und muss mit großer Sorgfalt behandelt werden.

Lebensraum und Verbreitung

Er ist in weiten Teilen Europas verbreitet, wo er wild in Waldlichtungen, an Wegrändern, auf gestörten Böden und in hügeligen und bergigen Gebieten wächst. Er bevorzugt saure, frische, humusreiche Böden und halbschattige Standorte. Es ist eine robuste Pflanze, die sich gut an gemäßigte Klimate anpasst und sich durch ihre unzähligen winzigen Samen leicht ausbreitet.

Eine giftige und heilkräftige Pflanze

Der Fingerhut ist traurigerweise für seine Giftigkeit bekannt: Er enthält Substanzen, die stark auf das Herz wirken. Schon das Verschlucken kleiner Teile kann für Mensch und Tier äußerst gefährlich sein. Doch genau diese Substanzen wurden, entsprechend isoliert und in streng medizinischem und pharmazeutischem Rahmen dosiert, historisch zur Behandlung bestimmter Herzkrankheiten verwendet. Es ist ein klassisches Beispiel einer Pflanze an der Grenze zwischen Gift und Medizin, deren Anwendung ausschließlich den Fachleuten obliegt.

Anbau

In Gärten ist der Fingerhut wegen seiner imposanten Ähren sehr beliebt, ideal in Rabatten und naturnah gestalteten Gärten. Er wird im Halbschatten, in frischem, gut durchlässigem Boden gezogen und wird auch von Bestäubern geschätzt, insbesondere von Hummeln, die in die glockenförmigen Blüten schlüpfen. Er sollte jedoch vorsichtig dort platziert werden, wo keine Gefahr besteht, dass Kinder oder Haustiere seine Teile verschlucken.

Sicherheitshinweis

Da es sich um eine sehr giftige Pflanze handelt, darf der Rote Fingerhut niemals verschluckt oder zu 'selbstgemachten' Heilzwecken verwendet werden. Nach dem Anfassen sollte man sich die Hände waschen. Seine Schönheit genießt man mit den Augen: Er ist eine Zierpflanze, keine Pflanze zum Verzehr.

Blütezeit

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Praktische Tipps

Bewässerung

Wasserbedarf: Regelmäßig, frischer Boden — prüfe vor dem Gießen immer die Substratfeuchte.

Standort

Bevorzugt Halbschatten: sorge für das richtige Licht und drehe die Pflanze für gleichmäßiges Wachstum.

Substrat

Empfohlener Boden: Sauer, frisch, humusreich. Erneuere das Substrat alle 1-2 Jahre.

Blätter

Wische die Blätter mit einem feuchten Tuch ab, um die Photosynthese zu fördern.

Düngung

Dünge während der Wachstumszeit (Frühling-Sommer) und pausiere im Winter.

Vorteile

  • Spektakuläre, dekorative Blütenähren
  • Von Bestäubern wie Hummeln geliebt
  • Robust und für Naturgärten geeignet
  • Breitet sich leicht durch Samen aus

Nachteile

  • In allen Teilen sehr giftig
  • Gefährlich für Kinder und Haustiere
  • Kurzlebige Pflanze, muss nachgesät werden

Häufige Fragen

Ist der Rote Fingerhut giftig?
Ja, sehr. Die ganze Pflanze enthält Substanzen, die stark auf das Herz wirken, und schon das Verschlucken kleiner Teile kann für Mensch und Tier äußerst gefährlich sein. Sie muss mit Vorsicht gehandhabt und nie verzehrt werden.
Warum wird der Fingerhut in der Medizin verwendet?
Genau die Substanzen, die ihn giftig machen, wurden entsprechend isoliert und in streng medizinischem und pharmazeutischem Rahmen dosiert historisch zur Behandlung bestimmter Herzkrankheiten verwendet. Ihre Anwendung obliegt jedoch ausschließlich den Fachleuten.
Kann man den Fingerhut im Garten anbauen?
Ja, er ist wegen seiner imposanten Ähren sehr beliebt, im Halbschatten und in frischem Boden zu ziehen. Er sollte jedoch vorsichtig dort platziert werden, wo keine Gefahr besteht, dass Kinder oder Haustiere seine Teile verschlucken.
Warum heißt er Fingerhut?
Der Name kommt von der Form seiner Blüten, die einem Fingerhut oder dem Finger eines Handschuhs ähneln (lateinisch 'digitus' bedeutet Finger). Die hängenden glockenförmigen Blüten lassen sich tatsächlich auf eine Fingerspitze stecken.

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