Foto: Emőke Dénes · CC BY-SA 4.0
Afrikanisches Hirschferkel
Hyemoschus aquaticus
Ein kleiner, urtümlich wirkender afrikanischer Wiederkäuer: Das Afrikanische Hirschferkel hat hauerartige Eckzähne und flüchtet bei Gefahr ins Wasser. Es ist das größte Hirschferkel.
Eigenschaften
Charakter
Nachtaktiv, einzelgängerisch, scheu, semiaquatisch
Ernährung
Fruchtfresser: Fallobst, Blätter, Triebe, Wirbellose
Ein Huftier von urtümlicher Gestalt
Das Afrikanische Hirschferkel, mitunter irreführend „Wassermoschustier" genannt, ist ein kleiner Wiederkäuer, der viele Merkmale der Vorfahren der heutigen Paarhufer bewahrt hat. Sein Körper ist gedrungen und gewölbt, die Beine schlank, das Fell rotbraun mit weißen Flecken und Streifen, die das gesprenkelte Licht des Waldbodens nachahmen. Anders als Hirsche trägt es kein Geweih: Die Männchen besitzen stattdessen verlängerte, hauerartige obere Eckzähne, die sie in Kämpfen mit Rivalen einsetzen. Es ist das größte der rund zehn Hirschferkelarten, kaum größer als ein kleiner Hund.
Lebensraum und Verbreitung
Es lebt in den Regenwäldern und entlang der Gewässer West- und Zentralafrikas, stets in der Nähe von Flüssen, Bächen und Sümpfen. Es ist ein ans Wasser gebundenes Tier und bevorzugt die dichte Ufervegetation, in der es Nahrung und Schutz findet.
Verhalten
Es ist nachtaktiv, einzelgängerisch und sehr scheu. Den Tag verbringt es versteckt in der Vegetation und wird in der Dämmerung aktiv, um sich von Fallobst, Blättern, Trieben und gelegentlich kleinen Wirbellosen und Aas zu ernähren. Seine Fluchtstrategie ist für ein Huftier ungewöhnlich: Von einem Fressfeind verfolgt, stürzt es sich ins Wasser und schwimmt, teils sogar untergetaucht, um seine Spur zu verwischen.
Wissenswertes
Hirschferkel gelten als lebende Wiederkäuer, die den vor zig Millionen Jahren erschienenen Urformen am ähnlichsten sind — echte „lebende Fossilien". Trotz des Namens „Wassermoschustier" ist das Tier nicht mit den asiatischen Moschustieren verwandt: Die Ähnlichkeit ist rein äußerlich.
Schutz
Die IUCN führt die Art als nicht gefährdet, doch die Bestände leiden örtlich unter der Jagd auf Fleisch und dem Verlust von Wald. Seine heimliche Lebensweise erschwert eine genaue Bestandsschätzung.
Vorteile
- Das größte und auffälligste der Hirschferkel
- Bemerkenswerte Fluchtstrategie ins Wasser
- Urtümliche Merkmale eines „lebenden Fossils"
Nachteile
- Äußerst heimlich, nur selten zu beobachten
- Örtlich durch Jagd und Entwaldung bedroht
- Kein Haustier: spezielle Bedürfnisse eines Wildtiers



