Säugetiere

Braunbär

Ursus arctos

Europas größter Landraubtier ist zugleich eines der scheusten: ein mächtiges Tier, das den Menschen sein Leben lang meidet.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NameUrsus arctos
Gewichtfino a 500 kg
Lebensdauer20-30 anni
GrößeGroß
Energie4/5

Charakter

Scheu und einzelgängerisch. Er meidet den Menschen und greift fast nur an, wenn er aus nächster Nähe überrascht wird oder ein Weibchen seine Jungen bedroht sieht.

Ernährung

Opportunistischer Allesfresser: Beeren, Wurzeln, Eicheln, Insekten, Honig, Fische und Aas. Pflanzliche Kost überwiegt in weiten Teilen des Areals.

Ein zurückhaltender Riese

Wer sich den Braunbären als unerbittlichen Jäger vorstellt, wird überrascht sein, wie zurückgezogen er lebt. Ein ausgewachsenes Männchen kann 500 Kilogramm erreichen, und doch verbringt es den größten Teil des Tages damit, Menschen sorgfältig aus dem Weg zu gehen. Die Gestalt ist unverwechselbar: kräftige Schultern mit einem Muskelhöcker, breite Tatzen, lange gerade Krallen, die zum Klettern taugen, zum Graben aber hervorragend sind.

Das Fell reicht von hellblond bis fast schwarz. Diese Vielfalt täuschte Naturforscher jahrhundertelang: Sie beschrieben Dutzende Arten, wo es nur eine gab.

Wo er lebt

Das Verbreitungsgebiet des Braunbären umspannt drei Kontinente: Europa, Asien und Nordamerika, wo er Grizzly heißt. In Italien überleben zwei Kerngebiete, eines in den Zentralalpen, ein weit gefährdeteres im zentralen Apennin. Es sind kleine, isolierte Bestände, die darauf angewiesen sind, sich entlang immer stärker zerschnittener Waldkorridore bewegen zu können.

Die Kost eines Opportunisten

Das Wort „Raubtier" ist hier mit Vorsicht zu genießen. Der Braunbär frisst fast alles, was er findet: Beeren, Wurzeln, Eicheln, Insekten, Honig, Fische, Aas. In weiten Teilen seines Verbreitungsgebiets macht Fleisch nur einen kleinen Bruchteil der Nahrung aus. Genau diese Anpassungsfähigkeit erlaubte ihm, so unterschiedliche Lebensräume wie die arktische Tundra und den mediterranen Buchenwald zu besiedeln.

Die Winterruhe

Mit der Kälte zieht sich der Bär in eine Höhle zurück und drosselt seinen Stoffwechsel. Es ist kein tiefer Winterschlaf wie beim Murmeltier: Die Körpertemperatur sinkt nur um wenige Grad, und das Tier kann aufwachen, wenn es gestört wird. In dieser Zeit bringen die Weibchen ihre Jungen zur Welt, und die winzigen, hilflosen Bärenkinder verbringen ihre ersten Wochen im Dunkeln an der Milch der Mutter.

Schutz

Weltweit gilt die Art als nicht gefährdet, doch das Etikett führt in die Irre. Es bedeutet, dass der Bär in Russland, Kanada und Alaska häufig ist, nicht dass es ihm überall gut geht. Die südeuropäischen Bestände bleiben verletzlich, bedroht durch Wilderei, Verkehrsunfälle und vor allem durch den Konflikt mit menschlichen Aktivitäten. Ein Nebeneinander ist möglich, verlangt aber Vorsorge: Elektrozäune, ordentliche Abfallwirtschaft und Aufklärung.

Häufige Fragen

Wie schwer wird ein Braunbär?
Ausgewachsene Männchen können bis zu 500 Kilogramm erreichen, doch das Gewicht schwankt stark nach Population und Jahreszeit. Ein Bär, der aus der Winterhöhle kommt, wiegt womöglich ein Drittel weniger als im Herbst zuvor.
Ist der Braunbär für Menschen gefährlich?
Aggressive Begegnungen sind selten und fast immer defensiv. Der Bär zieht sich lieber zurück. Das Risiko steigt, wenn das Tier auf kurze Distanz überrascht wird oder ein Weibchen seine Jungen bedroht glaubt.
Hält der Braunbär wirklich Winterschlaf?
Er fällt eher in eine Winterruhe als in einen echten tiefen Winterschlaf. Der Stoffwechsel verlangsamt sich, die Körpertemperatur sinkt nur wenig, sodass das Tier bei Störung erwachen kann.
Wie viele Braunbären leben in Italien?
Es bestehen zwei getrennte Kerngebiete: eines in den Zentralalpen, eines im zentralen Apennin, letzteres auf wenige Dutzend Tiere geschrumpft. Ihr Überleben hängt von den ökologischen Korridoren ab, die sie verbinden.

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