Tropisch

Attenboroughs Kannenpflanze

Nepenthes attenboroughii

Eine auf einem philippinischen Berg entdeckte Riesen-Fleischfresserin: Attenboroughs Kannenpflanze trägt riesige glockenförmige Kannen, die selbst kleine Nagetiere verdauen können.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NameNepenthes attenboroughii
HöheSpross bis ~1,5 m; Kannen bis 30 cm
SonneHell, aber gefiltert
WasserHoch: dauerhaft feuchtes Substrat
BodenUltramafisch, nährstoffarm, sauer und durchlässig
ToxizitätUngiftig
WachstumLangsam
TemperaturKühl (Hochland), kalte Nächte
BewässerungRegen- oder destilliertes Wasser, stets feucht

Eine David Attenborough gewidmete Fleischfresserin

Attenboroughs Kannenpflanze ist eine spektakuläre fleischfressende Pflanze, eine der größten ihrer Gattung. Sie ist nach dem berühmten britischen Naturforscher und Fernsehmoderator Sir David Attenborough benannt, einem großen Liebhaber dieser Pflanzen. Sie zeichnet sich durch breite glockenförmige Kannen aus — die für Nepenthes typischen krugartigen Fallen —, die über 30 Zentimeter hoch werden können und von einem schmalen, aufrechten Deckel überragt sind. Der Spross kann bis etwa anderthalb Meter klettern.

Lebensraum und Verbreitung

Sie ist streng endemisch: Sie wächst nur an den Hängen und auf dem Gipfel des Mount Victoria, eines ultramafischen Berges auf der philippinischen Insel Palawan, zwischen 1450 und 1726 Metern Höhe. Sie lebt somit in kühlem Bergklima, auf nährstoffarmen, metallreichen Böden, wo der Insektenfang den Nährstoffmangel ausgleicht.

Riesenfallen

Ihre Kannen sind so groß, dass sie neben einer Fülle von Insekten auch kleine Wirbeltiere wie Frösche und Nagetiere fangen können, die hineinfallen und von den Säften der Pflanze langsam verdaut werden. Es ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie eine Pflanze überraschend große Beute „jagen" kann.

Wissenswertes

Die Art wurde bei einer Expedition 2007 aufgespürt, nachdem Berichte von ungewöhnlich großen Pflanzen auf dem Gipfel kursierten, und 2009 wissenschaftlich beschrieben. Ihre relativ späte Entdeckung erinnert daran, wie viele Arten in den Tropengebirgen noch unbekannt sind.

Schutz

Die IUCN führt die Art als vom Aussterben bedroht, wegen ihres winzigen Verbreitungsgebiets und des illegalen Sammelns für Sammler. Die Kultur erfordert schwer nachzubildende Hochlandbedingungen; es ist eine seltene Pflanze, nur für sehr erfahrene Gärtner geeignet.

Praktische Tipps

Bewässerung

Wasserbedarf: Hoch: dauerhaft feuchtes Substrat — prüfe vor dem Gießen immer die Substratfeuchte.

Standort

Bevorzugt Hell, aber gefiltert: sorge für das richtige Licht und drehe die Pflanze für gleichmäßiges Wachstum.

Substrat

Empfohlener Boden: Ultramafisch, nährstoffarm, sauer und durchlässig. Erneuere das Substrat alle 1-2 Jahre.

Blätter

Wische die Blätter mit einem feuchten Tuch ab, um die Photosynthese zu fördern.

Düngung

Dünge während der Wachstumszeit (Frühling-Sommer) und pausiere im Winter.

Vorteile

  • Spektakuläre glockenförmige Riesenkannen
  • Kann selbst kleine Wirbeltiere fangen
  • Ikonische, David Attenborough gewidmete Art

Nachteile

  • Vom Aussterben bedroht und selten
  • Sehr schwer zu kultivieren: Hochlandbedingungen
  • Ziel illegalen Sammelns

Häufige Fragen

Wem ist sie gewidmet?
Dem britischen Naturforscher und Moderator Sir David Attenborough, einem großen Liebhaber der Gattung Nepenthes, zu dessen Ehren sie benannt wurde.
Fängt sie wirklich Nagetiere?
Ja, gelegentlich. Ihre glockenförmigen Kannen sind so groß, dass sie neben Insekten auch kleine Wirbeltiere wie Frösche und Nagetiere fangen, die von den Säften der Pflanze verdaut werden.
Wo wächst sie?
Nur am Mount Victoria auf der Insel Palawan (Philippinen), zwischen 1450 und 1726 Metern Höhe, auf nährstoffarmen ultramafischen Böden.
Ist sie eine bedrohte Art?
Ja, die IUCN führt sie als vom Aussterben bedroht: Ihr Gebiet ist winzig und sie ist durch illegales Sammeln für Sammler bedroht.

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