Foto: Johann Georg Sturm (Painter: Jacob Sturm) · Public domain
Gewöhnlicher Wasserschlauch
Utricularia vulgaris
Eine wurzellose fleischfressende Wasserpflanze: Der Gewöhnliche Wasserschlauch fängt winzige Beute mit Blasenfallen, die das Wasser blitzschnell einsaugen — eine der schnellsten Bewegungen im Pflanzenreich.
Eigenschaften
Eine Fleischfresserin, die schwimmt
Der Gewöhnliche Wasserschlauch ist eine völlig wurzellose fleischfressende Wasserpflanze: Er lebt schwimmend knapp unter der Oberfläche von Teichen und Stillgewässern und bildet lange untergetauchte Triebe, die in einer einzigen Saison über einen Meter erreichen können. Die Blätter sind fein in fadenförmige Abschnitte geteilt und tragen Hunderte winziger blasenförmiger Fallen (die „Utrikeln"), die ihm den Namen geben. Im Sommer treibt er über dem Wasser aufrechte Stiele mit auffälligen goldgelben Blüten.
Lebensraum und Verbreitung
Er ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet, in stehenden, nährstoffarmen Süßgewässern — Teichen, Sümpfen, langsamen Kanälen —, wo der Fang kleiner Organismen den Stickstoffmangel ausgleicht. Im Winter zieht sich die ganze Pflanze in kompakte Ruheknospen (Turionen) zusammen, die zu Boden sinken und im Frühjahr wieder austreiben.
Ultraschnelle Fallen
Seine Blasenfallen sind ein Meisterwerk natürlicher Technik. Jede Blase, von der Pflanze verschlossen und unter Unterdruck gesetzt, hat eine empfindliche Klappe mit Fühlborsten. Berührt ein winziges Wassertier — ein Krebstier, eine Larve, ein Einzeller — eine dieser Borsten, springt die Klappe auf und das vom inneren Vakuum eingesogene Wasser reißt die Beute in Sekundenbruchteilen hinein. Es ist eine der schnellsten bekannten Bewegungen im Pflanzenreich.
Wissenswertes
Trotz seiner mikroskopischen Wildheit ist er für den Menschen völlig harmlos. Seine Beute sind winzige, mit bloßem Auge unsichtbare Organismen. In Aquarien oder Teichen wird er von Liebhabern als sauerstoffspendende botanische Kuriosität kultiviert.
Schutz
Die IUCN führt die Art als nicht gefährdet. Wie alle Süßwasserpflanzen leidet er jedoch unter der Entwässerung von Feuchtgebieten und der Eutrophierung, die die nährstoffarmen Lebensräume verändert, die er benötigt.
Blütezeit
Praktische Tipps
Wasserbedarf: Aquatisch: schwimmend im Stillwasser — prüfe vor dem Gießen immer die Substratfeuchte.
Bevorzugt Volle Sonne: sorge für das richtige Licht und drehe die Pflanze für gleichmäßiges Wachstum.
Empfohlener Boden: Keins: wurzellos schwimmend. Erneuere das Substrat alle 1-2 Jahre.
Wische die Blätter mit einem feuchten Tuch ab, um die Photosynthese zu fördern.
Dünge während der Wachstumszeit (Frühling-Sommer) und pausiere im Winter.
Vorteile
- Blasenfallen unter den schnellsten Pflanzenbewegungen
- Auffällige gelbe Blüten über dem Wasser
- Belüftet und belebt Gartenteiche
Nachteile
- Lebt nur in stehendem, nährstoffarmem Wasser
- Empfindlich gegenüber Eutrophierung
- Mikroskopische Beute: harmlos für den Menschen



