Carnivore

Gewöhnlicher Wasserschlauch

Utricularia vulgaris

Eine wurzellose fleischfressende Wasserpflanze: Der Gewöhnliche Wasserschlauch fängt winzige Beute mit Blasenfallen, die das Wasser blitzschnell einsaugen — eine der schnellsten Bewegungen im Pflanzenreich.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NameUtricularia vulgaris
HöheBlütenstiele 15–35 cm; untergetauchte Triebe über 1 m
SonneVolle Sonne
WasserAquatisch: schwimmend im Stillwasser
BodenKeins: wurzellos schwimmend
ToxizitätUngiftig
WachstumSchnell in der Saison
TemperaturGemäßigt; überwintert als Turionen
BlütezeitJuni–August, goldgelbe Blüten
BewässerungStehendes, nährstoffarmes Süßwasser

Eine Fleischfresserin, die schwimmt

Der Gewöhnliche Wasserschlauch ist eine völlig wurzellose fleischfressende Wasserpflanze: Er lebt schwimmend knapp unter der Oberfläche von Teichen und Stillgewässern und bildet lange untergetauchte Triebe, die in einer einzigen Saison über einen Meter erreichen können. Die Blätter sind fein in fadenförmige Abschnitte geteilt und tragen Hunderte winziger blasenförmiger Fallen (die „Utrikeln"), die ihm den Namen geben. Im Sommer treibt er über dem Wasser aufrechte Stiele mit auffälligen goldgelben Blüten.

Lebensraum und Verbreitung

Er ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet, in stehenden, nährstoffarmen Süßgewässern — Teichen, Sümpfen, langsamen Kanälen —, wo der Fang kleiner Organismen den Stickstoffmangel ausgleicht. Im Winter zieht sich die ganze Pflanze in kompakte Ruheknospen (Turionen) zusammen, die zu Boden sinken und im Frühjahr wieder austreiben.

Ultraschnelle Fallen

Seine Blasenfallen sind ein Meisterwerk natürlicher Technik. Jede Blase, von der Pflanze verschlossen und unter Unterdruck gesetzt, hat eine empfindliche Klappe mit Fühlborsten. Berührt ein winziges Wassertier — ein Krebstier, eine Larve, ein Einzeller — eine dieser Borsten, springt die Klappe auf und das vom inneren Vakuum eingesogene Wasser reißt die Beute in Sekundenbruchteilen hinein. Es ist eine der schnellsten bekannten Bewegungen im Pflanzenreich.

Wissenswertes

Trotz seiner mikroskopischen Wildheit ist er für den Menschen völlig harmlos. Seine Beute sind winzige, mit bloßem Auge unsichtbare Organismen. In Aquarien oder Teichen wird er von Liebhabern als sauerstoffspendende botanische Kuriosität kultiviert.

Schutz

Die IUCN führt die Art als nicht gefährdet. Wie alle Süßwasserpflanzen leidet er jedoch unter der Entwässerung von Feuchtgebieten und der Eutrophierung, die die nährstoffarmen Lebensräume verändert, die er benötigt.

Blütezeit

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Praktische Tipps

Bewässerung

Wasserbedarf: Aquatisch: schwimmend im Stillwasser — prüfe vor dem Gießen immer die Substratfeuchte.

Standort

Bevorzugt Volle Sonne: sorge für das richtige Licht und drehe die Pflanze für gleichmäßiges Wachstum.

Substrat

Empfohlener Boden: Keins: wurzellos schwimmend. Erneuere das Substrat alle 1-2 Jahre.

Blätter

Wische die Blätter mit einem feuchten Tuch ab, um die Photosynthese zu fördern.

Düngung

Dünge während der Wachstumszeit (Frühling-Sommer) und pausiere im Winter.

Vorteile

  • Blasenfallen unter den schnellsten Pflanzenbewegungen
  • Auffällige gelbe Blüten über dem Wasser
  • Belüftet und belebt Gartenteiche

Nachteile

  • Lebt nur in stehendem, nährstoffarmem Wasser
  • Empfindlich gegenüber Eutrophierung
  • Mikroskopische Beute: harmlos für den Menschen

Häufige Fragen

Wie fängt er Beute?
Mit winzigen, unter Unterdruck stehenden Blasen: Berührt ein kleines Wassertier die Fühlborsten der Klappe, springt sie auf und das Wasser saugt die Beute in Sekundenbruchteilen ein.
Hat er Wurzeln?
Nein. Er ist eine frei schwimmende Wasserpflanze ohne Wurzeln: Er hängt knapp unter der Oberfläche von Teichen und Stillgewässern.
Wie überwintert er?
Im Winter zieht sich die Pflanze in kompakte Ruheknospen (Turionen) zusammen, die zu Boden sinken und im Frühjahr wieder austreiben.
Ist er gefährlich?
Nein, für den Menschen völlig harmlos: Er fängt nur winzige Organismen wie Krebstiere und Larven, die mit bloßem Auge unsichtbar sind.

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