Foto: Pouzin Olivier · CC BY 3.0
Rote Schlauchpflanze
Sarracenia purpurea
Die Rote Schlauchpflanze ist eine fleischfressende Pflanze mit regenwassergefüllten Schlauchblättern, die Insekten fangen und verdauen. Winterhart und robust.
Eigenschaften
Die schlauchförmige fleischfressende Pflanze
Die Rote Schlauchpflanze (Sarracenia purpurea) ist eine fleischfressende Pflanze aus der Familie der Schlauchpflanzengewächse (Sarraceniaceae), berühmt für ihre zu charakteristischen gedrungenen „Schläuchen" umgebildeten Blätter, die zum Himmel geöffnet und oft mit Regenwasser gefüllt sind. Ihre Farbe reicht von Grün bis zu tiefem Weinrot, wenn sie in voller Sonne wächst, mit auffälliger Aderung. Im Frühjahr erheben sich aus der Mitte der Rosette ungewöhnliche nickende, schirmförmige Blüten.
Herkunft und Lebensraum
Sie ist in weiten Teilen Nordamerikas verbreitet, von Kanada bis Florida, typisch für Moore, Sümpfe und saure, nährstoffarme Feuchtgebiete. Sie ist die kältetoleranteste Schlauchpflanze und wächst auch in kalten Regionen.
Wie sie Beute fängt
Anders als andere Fleischfresser halten ihre Schläuche Regenwasser und wirken als Ertränkungsfallen: Insekten und kleine Gliederfüßer, von den Farben und dem Nektar angelockt, gleiten an mit abwärtsgerichteten Haaren besetzten Wänden hinein und können nicht mehr hinaus. Sie fallen in die Flüssigkeit, wo sie — mithilfe von Bakterien und Kleinstlebewesen — zersetzt werden, und die Nährstoffe werden von der Pflanze aufgenommen, die so ausgleicht, was der arme Boden nicht bietet.
Kultur und Pflege
Sie möchte volle Sonne, ein saures, salzarmes Substrat aus Torf und Sand und viel Feuchtigkeit: Der Untersetzer wird stets mit Regen- oder entmineralisiertem Wasser gefüllt (niemals Leitungswasser). Im Winter geht sie in Ruhe und sollte kühl stehen: Diese Ruhephase macht sie zu einer der am einfachsten im Freien zu kultivierenden Fleischfresser in gemäßigten Klimaten.
Schutz
Sie ist in ihrem Areal noch verbreitet, doch die Moore, die sie beherbergen, sind fragile Lebensräume, bedroht durch Entwässerung und Verschmutzung. In Kultur vermehrt sie sich leicht und entlastet so die Wildbestände.
Blütezeit
Praktische Tipps
Wasserbedarf: Reichlich, nur Regen- oder entmineralisiertes Wasser — prüfe vor dem Gießen immer die Substratfeuchte.
Bevorzugt Volle Sonne: sorge für das richtige Licht und drehe die Pflanze für gleichmäßiges Wachstum.
Empfohlener Boden: Saurer Torf und Sand, nährstoffarm. Erneuere das Substrat alle 1-2 Jahre.
Wische die Blätter mit einem feuchten Tuch ab, um die Photosynthese zu fördern.
Dünge während der Wachstumszeit (Frühling-Sommer) und pausiere im Winter.
Vorteile
- Faszinierende, lehrreiche fleischfressende Pflanze
- Robust: verträgt Frost gut
- Leicht im Freien in gemäßigten Klimaten zu ziehen
Nachteile
- Braucht Regenwasser, niemals Leitungswasser
- Benötigt kühle Winterruhe
- Auf saures, sehr feuchtes Substrat angewiesen



