Carnivore

Rundblättriger Sonnentau

Drosera rotundifolia

Eine kleine fleischfressende Pflanze der europäischen Moore: Der Rundblättrige Sonnentau fängt Insekten mit runden Blättern voller klebriger Tentakel, die wie Tau glänzen.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NameDrosera rotundifolia
HöheNiedrige Rosette 3–5 cm; Blütenstiel 10–25 cm
SonneVolle Sonne
WasserHoch: Moor stets durchnässt
BodenTorfig, sauer und nährstoffarm (Torfmoos)
ToxizitätUngiftig
WachstumLangsam; überwintert als Knospe
TemperaturGemäßigt/kalt, winterhart
BlütezeitJuli–August, weiße Blüten
BewässerungRegen- oder destilliertes Wasser, durchnässtes Substrat

Der Tau, der fängt

Der Rundblättrige Sonnentau ist eine kleine fleischfressende Pflanze, die eine Rosette aus runden, bodennahen Blättern bildet. Jedes Blatt ist mit feinen roten Tentakeln bedeckt, die jeweils ein Tröpfchen klebrigen Schleims tragen, das in der Sonne wie eine Tauperle glänzt — daher der englische Name sundew, „Sonnentau". Aus dieser Rosette erhebt sich im Sommer ein schlanker Stiel mit kleinen weißen Blüten.

Lebensraum und Verbreitung

Er ist einer der am weitesten verbreiteten Sonnentaue der Welt, mit zirkumborealer Verbreitung: Er lebt in weiten Teilen Europas, Sibiriens und Nordamerikas, bis nach Korea, Japan und Neuguinea. Er wächst in sauren Mooren, Sümpfen und Torfmoos-Teppichen, nährstoffarmen Lebensräumen, wo der Insektenfang den Stickstoffmangel ausgleicht.

Wie er Beute fängt

Die klebrigen Tröpfchen locken Insekten an, die daran kleben bleiben. Das Blatt reagiert dann: Die Tentakel biegen sich langsam zur Beute, und bei den beweglicheren Blättern rollt sich die ganze Blattspreite ein, um sie zu umhüllen, während Drüsen Enzyme absondern, die sie verdauen. Nach wenigen Tagen bleibt vom Insekt nur die chitinöse Hülle.

Kultur und Schutz

In Kultur braucht er volle Sonne, ein saures Substrat aus Torf und Torfmoos, das stets durchnässt ist, mineralfreies Wasser und eine kalte Winterruhe, in der er sich in eine kompakte Knospe zurückzieht. In der Natur ist er in vielen europäischen Ländern eine geschützte Art: Das Sammeln ist verboten.

Schutz

Die IUCN führt die Art weltweit als nicht gefährdet, doch viele lokale Populationen gehen durch die Entwässerung der Moore zurück. Der Schutz dieser Lebensräume ist für sein Überleben entscheidend.

Blütezeit

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Praktische Tipps

Bewässerung

Wasserbedarf: Hoch: Moor stets durchnässt — prüfe vor dem Gießen immer die Substratfeuchte.

Standort

Bevorzugt Volle Sonne: sorge für das richtige Licht und drehe die Pflanze für gleichmäßiges Wachstum.

Substrat

Empfohlener Boden: Torfig, sauer und nährstoffarm (Torfmoos). Erneuere das Substrat alle 1-2 Jahre.

Blätter

Wische die Blätter mit einem feuchten Tuch ab, um die Photosynthese zu fördern.

Düngung

Dünge während der Wachstumszeit (Frühling-Sommer) und pausiere im Winter.

Vorteile

  • Spektakuläre Tautentakel
  • Heimischer Fleischfresser, frosthart
  • Sehr verbreitet auf der Nordhalbkugel

Nachteile

  • Örtlich rückläufig durch Moorverlust
  • In vielen Ländern geschützt: nicht sammeln
  • Braucht stets nasses saures Substrat und Winterruhe

Häufige Fragen

Wie fängt er Insekten?
Die Blätter sind mit Tentakeln voller klebriger Tröpfchen bedeckt: Insekten bleiben kleben, die Tentakel biegen sich zur Beute, und Drüsen verdauen sie mit Enzymen.
Unterscheidet er sich vom Kap-Sonnentau?
Ja. Der Rundblättrige Sonnentau ist die heimische Art der kalten Moore der Nordhalbkugel, mit runden Blättern; der Kap-Sonnentau ist südafrikanisch, mit länglichen Blättern und leichter zu kultivieren.
Darf man ihn in der Natur sammeln?
Nein. In vielen europäischen Ländern ist er eine geschützte Art, und das Sammeln ist verboten. Im Handel angebotene Pflanzen müssen aus Kultur stammen.
Wie kultiviert man ihn?
Er will volle Sonne, ein saures Torf-Torfmoos-Substrat, das stets durchnässt ist, mineralfreies Wasser und eine kalte Winterruhe, in der er sich in eine Knospe zurückzieht.

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