Europäische Sumpfschildkröte
Emys orbicularis
Eigenschaften
Charakter
Ein wildes Wasserreptil, tagaktiv, vorsichtig und scheu, sonnenliebend. Es wechselt lange Sonnenstunden auf Stämmen und Ufern mit Tauchgängen zum Jagen und Schutzsuchen ab: bei der kleinsten Störung taucht es blitzschnell ab. Einzelgängerisch und an seinen Teich gebunden, hält es im Winter Winterruhe. Es ist KEIN Heim-Aquarientier und nicht der Natur zu entnehmen: heimische, geschützte und bedrohte Wildfauna, in Feuchtgebieten zu beobachten und zu schützen. Niemals exotische Schildkröten dort aussetzen, wo es lebt, da sie ihm Konkurrenz machen würden.
Ernährung
Überwiegend Fleischfresserin, vor allem jung, mit dem Alter etwas omnivorer. Sie frisst Wasserwirbellose (Insekten und Larven, Würmer, Weichtiere, Krebse), Kaulquappen, kleine Amphibien und kleine Fische, Aas und Tierreste sowie in geringerem Maße Wasserpflanzen. Sie jagt und frisst gewöhnlich unter Wasser, da sie das Wasser zum Schlucken braucht, und ist eine opportunistische Räuberin, die jede verfügbare Beute oder Aas nutzt und auch als „Müllabfuhr" der Feuchtgebiete dient.
Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis), englisch „European pond turtle", ist die einzige in weiten Teilen Europas heimische Süßwasserschildkröte, auch in Italien: ein elegantes, scheues, an Feuchtgebiete gebundenes Reptil. Berühmt für:
- „Unsere" Wasserschildkröte zu sein: die Einheimische der europäischen Sümpfe und Teiche, anders als die exotischen Aquarienschildkröten
- Die gesprenkelte Zeichnung: dunkler Körper und Panzer, mit feinen gelben Punkten und Strahlen übersät
- Den langen Schwanz: ungewöhnlich lang für eine Schildkröte
- Die Sonnenliebe: sie sonnt sich stundenlang auf Stämmen und Ufern und taucht bei der kleinsten Störung ab
- Die große Langlebigkeit: sie kann viele Jahrzehnte leben
- Den Naturschutzwert: bedroht, ist sie zum Symbol des Feuchtgebietsschutzes geworden
IUCN-Status: Gering gefährdet (NT), und in vielen Gebieten Italiens stark rückläufig. Sie tritt ins Portal in der Gruppe der Schildkröten, neben exotischen Arten wie der Schnappschildkröte und der Matamata: ihre Ankunft bringt endlich die Stimme einer heimischen Schildkröte, der Süßwasserschildkröte unserer Gräben und Teiche.
Klassifikation und Kategorie
Ordnung Testudines (Schildkröten), Familie Emydidae (die Sumpfschildkröten), Gattung Emys. Im Portal steht sie bei den Schildkröten. Wichtig ist die Unterscheidung von anderen Schildkröten: die Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans), die klassische importierte „Aquarien"-Schildkröte, hat auffällige rote Flecken an den Kopfseiten und einen helleren, gestreiften Panzer — eine fremde, invasive Art, nicht mit unserer Sumpfschildkröte zu verwechseln; die Griechische/Hermann-Landschildkröte, auch im Portal, ist eine Landschildkröte mit stark gewölbtem Panzer und ohne Schwimmhäute: sie lebt an Land, nicht im Wasser; die Europäische Sumpfschildkröte hat dagegen einen dunklen, flachen Panzer, gelb gesprenkelte Haut, Schwimmfüße und einen langen Schwanz. Etymologie: „Emys" kommt aus dem Griechischen und bezeichnet eine Süßwasserschildkröte; „orbicularis" verweist auf die runde Panzerform. Parameter: Panzerlänge meist 12-20 cm (Weibchen größer). Gewicht etwa 0,4 bis 1 kg. Ovaler, glatter, wenig gewölbter Panzer. Lebensdauer sehr beachtlich — meist über 40-50 Jahre. Fortpflanzung: das Weibchen verlässt das Wasser und legt 3-9 Eier in eine an Land gegrabene Grube; wie bei vielen Reptilien hängt das Geschlecht der Jungen von der Bruttemperatur ab.
Lebensraum und Verbreitung
An stehendes oder langsames Süßwasser gebunden: Areal in weiten Teilen Europas (auch Italien), Westasiens und Nordafrikas, mit heute oft zerstückelten Beständen. Bevorzugte Lebensräume: Teiche, Sümpfe, Moore und Altarme; Gräben, Kanäle und langsame Flüsse mit schlammigem Grund; vegetationsreiche Gewässer mit Stämmen oder besonnten Ufern zum Sonnen. Eine wärmeliebende Art: sie verbringt viel Zeit mit Sonnen auf herausragenden Stämmen und Ufern und taucht bei der kleinsten Gefahr rasch ins Wasser ab. Im Winter hält sie Winterruhe, meist im Schlamm des Grundes oder der Ufer vergraben. Ihr Überleben hängt eng von gut erhaltenen Feuchtgebieten ab: Entwässerung, Verschmutzung und Uferverbauung haben sie aus vielen einst besiedelten Gebieten verschwinden lassen. IUCN: weltweit Gering gefährdet, in vielen europäischen und italienischen Regionen aber als gefährdet eingestuft und streng geschützt. Hauptgefahren: Verlust der Feuchtlebensräume, Verschmutzung, illegale Entnahme und vor allem die Konkurrenz exotischer Wasserschildkröten.
Ernährung
Überwiegend Fleischfresserin, vor allem jung, mit dem Alter etwas omnivorer. Sie frisst Wasserwirbellose (Insekten und Larven, Würmer, Weichtiere, Krebse), Kaulquappen, kleine Amphibien und kleine Fische, Aas und Tierreste, in geringerem Maße Wasserpflanzen. Gewohnheiten: die Jagd im Wasser (sie fängt schwimmend; sie frisst gewöhnlich unter Wasser, wo sie schlucken kann); Opportunismus (jede verfügbare Beute oder Aas, „reinigt" die Gewässer); und Ansitz und aktives Suchen. Wie viele Wasserschildkröten kann die Sumpfschildkröte nur untergetaucht fressen, da sie zum Schlucken Wasser braucht. Als Räuberin und Aasverwerterin ist sie ein nützliches Glied im Feuchtgebiets-Ökosystem.
Körperliche Merkmale
Ein dunkles, elegantes, fein gelb gesprenkeltes Reptil. Ovaler, glatter, wenig gewölbter Panzer (Oberteil), dunkel — schwärzlich, braun oder olivgrün; feine gelbe Punkte und Strahlen auf Panzer und dunkler Haut von Körper, Kopf und Beinen; helleres, gelbliches Plastron (Unterteil). Kräftige, teils mit Schwimmhäuten versehene Beine mit Krallen, zum Schwimmen wie zum Gehen und Graben; langer Schwanz, ungewöhnlich für eine Schildkröte, besonders bei Männchen; dunkler, gelb gesprenkelter Kopf mit lebhaften Augen. Leistung: ausgezeichnete Schwimmerin, wendig und schnell im Wasser; kann lange tauchen und am Grund bleiben; scharfe Sinne (Sicht, Geruch) und große Vorsicht: taucht bei der kleinsten Störung ab.
Verhalten und Wissenswertes
Ein tagaktives, vorsichtiges, sonnenliebendes Tier. Es wechselt Sonnenbäder auf Stämmen mit Tauchgängen zum Jagen und Schutzsuchen ab. Eher scheu: nähert man sich einem von Sumpfschildkröten besiedelten Teich, hört man oft nur das „Platsch" der von ihren Warten abtauchenden Tiere, noch bevor man sie sieht. Im Winter hält sie Winterruhe. Wissenswertes: die „echte" europäische Schildkröte (heimische Art, die einzige in weiten Teilen Europas native Süßwasserschildkröte). Die Gefahr „aus dem Aquarium" (die ausgesetzte Rotwangen-Schmuckschildkröte konkurriert mit ihr; Aquarienschildkröten nie aussetzen). Die Langlebige der Sümpfe (oft über 40-50 Jahre; verletzliche Bestände, späte Reife). Das von der Sonne entschiedene Geschlecht (Bruttemperatur; klimasensibel). Die Unterwasserfresserin (braucht Wasser zum Schlucken). Die Wächterin der Feuchtgebiete (guter Indikator ihrer Gesundheit).
Vorteile
- Unica tartaruga d'acqua dolce nativa d'Italia e di gran parte d'Europa
- Predatore e spazzino utile negli ecosistemi delle zone umide
- Straordinariamente longeva (oltre 40-50 anni)
- Simbolo della conservazione delle zone umide e indicatore di acque sane
Nachteile
- NON è un animale da acquario: è fauna selvatica autoctona protetta
- IUCN Near Threatened; in molte aree italiane in pericolo e in declino
- Minacciata dalla concorrenza delle tartarughe esotiche (es. dalle orecchie rosse) liberate
- Vulnerabile per maturità tardiva, perdita di habitat e prelievo illegale



