Insekten

Gottesanbeterin

Mantis religiosa

Reglos zwischen den Blättern, die Beine gefaltet wie zum Gebet, ist die Gottesanbeterin eine unerbittliche Lauerjägerin, eine Meisterin der Tarnung und der Geduld.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NameMantis religiosa
GrößeSehr klein
Energie3/5

Charakter

Einzelgängerische Lauerjägerin, reglos und geduldig. Tarnfarben und territorial; bedroht nimmt sie eine einschüchternde Haltung ein, spreizt die Flügel und hebt die Beine.

Ernährung

Räuber: Fliegen, Heuschrecken, Schmetterlinge und andere Insekten, aus dem Hinterhalt mit den Fangbeinen erbeutet.

Die betende Jägerin

Die Gottesanbeterin verdankt ihren Namen der charakteristischen Haltung ihrer Vorderbeine, die vor dem Kopf gefaltet sind wie in betender Stellung. In Wirklichkeit sind diese Beine, Fangbeine genannt, tödliche Waffen: mit Reihen von Dornen besetzt, schnellen sie in Sekundenbruchteilen vor, um Beute zu ergreifen und in einem Griff festzuhalten, aus dem ein Entkommen fast unmöglich ist. Der Körper ist schlank, grün oder braun zur Tarnung in der Vegetation, und der dreieckige Kopf ist außerordentlich beweglich: Die Gottesanbeterin ist das einzige Insekt, das den Kopf drehen kann, um hinter sich zu blicken.

Eine Lauerjägerin

Die Gottesanbeterin verfolgt ihre Beute nicht: Sie wartet auf sie. Sie bleibt lange reglos, perfekt getarnt, bis ein Insekt in Reichweite kommt. Dann schlägt sie blitzschnell zu. Große Facettenaugen und der bewegliche Kopf geben ihr eine ausgezeichnete Sicht und die Fähigkeit, Entfernungen genau einzuschätzen. Sie ernährt sich von Fliegen, Heuschrecken, Schmetterlingen und anderen Insekten, und die größten Tiere können Beute von beachtlicher Größe fangen.

Tarnung und Verteidigung

Tarnung ist die Hauptwaffe der Gottesanbeterin, sowohl zum Jagen als auch zur Verteidigung gegen Räuber. Bedroht, kann sie jedoch eine einschüchternde Haltung einnehmen, ihre Vorderbeine heben und die Flügel spreizen, um größer und gefährlicher zu wirken. Es ist ein wirksamer Bluff gegen viele Angreifer.

Die Fortpflanzung und ein Mythos zum Widerlegen

Mit der Gottesanbeterin verbindet sich der Ruf des sexuellen Kannibalismus: das Weibchen, das das Männchen nach oder während der Paarung verschlingt. Es ist ein reales Verhalten, aber nicht so häufig wie angenommen, und vor allem in Gefangenschaft oder unter Stress- und Hungerbedingungen beobachtet. In der Natur enden viele Paarungen, ohne dass das Männchen gefressen wird. Das Weibchen legt seine Eier dann in einer charakteristischen Oothek ab, einer schwammigen Masse, die aushärtet und die Eier über den Winter schützt.

Schutz

Die Gottesanbeterin ist häufig und ungefährdet. Sie ist ein nützlicher Räuber, der hilft, Insektenbestände zu regulieren, und ihre Anwesenheit ist ein Zeichen für lebensreiche Lebensräume. Wiesen, Brachen und Hecken zu erhalten und Pestizide zu meiden hilft dieser faszinierenden Jägerin und dem ganzen Ökosystem.

Häufige Fragen

Frisst das Weibchen der Gottesanbeterin wirklich das Männchen?
Es ist ein reales, aber überschätztes Verhalten: Es tritt vor allem in Gefangenschaft oder unter Stress- und Hungerbedingungen auf. In der Natur enden viele Paarungen ohne Kannibalismus. Es ist also nicht die Regel, sondern eine Möglichkeit.
Ist die Gottesanbeterin für den Menschen gefährlich?
Nein, sie ist völlig harmlos. Sie ist nicht giftig, und ihre bedornten Beine können einem Menschen nicht ernsthaft schaden. Sie ist nur für andere Insekten ein furchterregender Räuber; gegenüber dem Menschen ist sie völlig ungefährlich.
Stimmt es, dass die Gottesanbeterin den Kopf drehen kann?
Ja. Sie ist das einzige Insekt, das seinen dreieckigen Kopf drehen kann, um hinter sich zu blicken. Diese Beweglichkeit gibt ihr zusammen mit den großen Facettenaugen eine ausgezeichnete Sicht, um Beute und Gefahren zu erspähen.
Was ist die Oothek der Gottesanbeterin?
Es ist die schwammige Masse, in die das Weibchen seine Eier legt. Anfangs weich, härtet sie rasch aus und schützt die Eier über den Winter vor Kälte und Räubern. Im Frühjahr schlüpfen zahlreiche kleine Gottesanbeterinnen daraus.

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