Foto: Benjamin Freeman · CC BY 4.0
Zweifarbenpirol
Pitohui dichrous
Ein schwarz-oranger Vogel Neuguineas: Der Zweifarbenpirol ist einer der wenigen giftigen Vögel der Welt – Haut und Federn enthalten ein starkes Gift.
Eigenschaften
Charakter
Aktiv, baumbewohnend, chemisch verteidigt
Ernährung
Allesfresser: Früchte, Samen, Wirbellose
Ein seltener giftiger Vogel
Der Zweifarbenpirol, auch Zweifarbenpitohui genannt, ist ein Singvogel aus der Familie der Pirole mit schlichtem, aber auffälligem Gefieder: Kopf, Flügel und Schwanz sind schwarz, Rücken und Bauch von einem satten Rostorange.
(Hinweis: Der von Wikidata angegebene Massewert von 93 kg ist für einen Vogel dieser Größe offensichtlich falsch; das tatsächliche Gewicht beträgt etwa 65 bis 75 Gramm.)
Seinen Ruhm verdankt er jedoch nicht den Farben, sondern der Tatsache, dass er einer der wenigen als giftig bekannten Vögel ist. Haut und Federn enthalten Batrachotoxine, dieselben starken Alkaloide wie die Pfeilgiftfrösche Südamerikas. Der Umgang mit dem Vogel kann Kribbeln und Taubheit auslösen, und der kräftige Farbkontrast wirkt wahrscheinlich als Warnsignal (Aposematismus).
Lebensraum und Verbreitung
Er ist endemisch in Neuguinea, wo er Wälder und Hügelwälder bewohnt. Innerhalb seines Verbreitungsgebiets ist er ein relativ häufiger Vogel.
Verhalten und Ernährung
Er ernährt sich von Früchten, Samen und Wirbellosen. Das Gift stammt vermutlich aus der Nahrung: Durch den Verzehr kleiner Käfer der Gattung Choresine nimmt der Vogel die Toxine auf und lagert sie in seinem Gewebe ein. Die grelle Farbe und der stechende Geruch schrecken Fressfeinde und vielleicht auch Außenparasiten ab.
Wissenswertes
Die Entdeckung der Giftigkeit des Pitohui — fast zufällig, als Forscher sich nach dem Anfassen die Finger ableckten — stürzte die Vorstellung um, Vögel könnten nicht giftig sein. Die einheimische Bevölkerung Neuguineas kannte diesen übel schmeckenden „Müllvogel" schon lange.
Schutz
Die IUCN führt die Art als nicht gefährdet: Sie hat ein großes Verbreitungsgebiet und stabile Bestände ohne bekannte bedeutende Bedrohungen.
Vorteile
- Einer der ganz wenigen bekannten giftigen Vögel
- Aposematische schwarz-orange Färbung
- Großes Verbreitungsgebiet und stabile Bestände
Nachteile
- Giftige Haut und Federn: nicht anzufassen
- Kein Haustier: spezielle Bedürfnisse eines Wildtiers
- Stechender Geruch und unangenehmer Geschmack



