Vögel

Zweifarbenpirol

Pitohui dichrous

Ein schwarz-oranger Vogel Neuguineas: Der Zweifarbenpirol ist einer der wenigen giftigen Vögel der Welt – Haut und Federn enthalten ein starkes Gift.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NamePitohui dichrous
Gewicht≈ 65–75 g
GrößeKlein, mittelgroßer Singvogel
Energie3/5

Charakter

Aktiv, baumbewohnend, chemisch verteidigt

Ernährung

Allesfresser: Früchte, Samen, Wirbellose

Ein seltener giftiger Vogel

Der Zweifarbenpirol, auch Zweifarbenpitohui genannt, ist ein Singvogel aus der Familie der Pirole mit schlichtem, aber auffälligem Gefieder: Kopf, Flügel und Schwanz sind schwarz, Rücken und Bauch von einem satten Rostorange.

(Hinweis: Der von Wikidata angegebene Massewert von 93 kg ist für einen Vogel dieser Größe offensichtlich falsch; das tatsächliche Gewicht beträgt etwa 65 bis 75 Gramm.)

Seinen Ruhm verdankt er jedoch nicht den Farben, sondern der Tatsache, dass er einer der wenigen als giftig bekannten Vögel ist. Haut und Federn enthalten Batrachotoxine, dieselben starken Alkaloide wie die Pfeilgiftfrösche Südamerikas. Der Umgang mit dem Vogel kann Kribbeln und Taubheit auslösen, und der kräftige Farbkontrast wirkt wahrscheinlich als Warnsignal (Aposematismus).

Lebensraum und Verbreitung

Er ist endemisch in Neuguinea, wo er Wälder und Hügelwälder bewohnt. Innerhalb seines Verbreitungsgebiets ist er ein relativ häufiger Vogel.

Verhalten und Ernährung

Er ernährt sich von Früchten, Samen und Wirbellosen. Das Gift stammt vermutlich aus der Nahrung: Durch den Verzehr kleiner Käfer der Gattung Choresine nimmt der Vogel die Toxine auf und lagert sie in seinem Gewebe ein. Die grelle Farbe und der stechende Geruch schrecken Fressfeinde und vielleicht auch Außenparasiten ab.

Wissenswertes

Die Entdeckung der Giftigkeit des Pitohui — fast zufällig, als Forscher sich nach dem Anfassen die Finger ableckten — stürzte die Vorstellung um, Vögel könnten nicht giftig sein. Die einheimische Bevölkerung Neuguineas kannte diesen übel schmeckenden „Müllvogel" schon lange.

Schutz

Die IUCN führt die Art als nicht gefährdet: Sie hat ein großes Verbreitungsgebiet und stabile Bestände ohne bekannte bedeutende Bedrohungen.

Vorteile

  • Einer der ganz wenigen bekannten giftigen Vögel
  • Aposematische schwarz-orange Färbung
  • Großes Verbreitungsgebiet und stabile Bestände

Nachteile

  • Giftige Haut und Federn: nicht anzufassen
  • Kein Haustier: spezielle Bedürfnisse eines Wildtiers
  • Stechender Geruch und unangenehmer Geschmack

Häufige Fragen

Kann ein Vogel wirklich giftig sein?
Ja. Der Zweifarbenpirol ist einer der ganz wenigen giftigen Vögel: Haut und Federn enthalten Batrachotoxine, dieselben Gifte wie bei den südamerikanischen Pfeilgiftfröschen.
Woher stammt sein Gift?
Vermutlich aus der Nahrung: Durch den Verzehr kleiner Käfer der Gattung Choresine reichert der Vogel die Toxine in seinem Gewebe an.
Ist er für den Menschen gefährlich?
Das Anfassen kann Kribbeln und Taubheit auslösen. Tödlich ist es im Normalfall nicht, doch sollte man ihn nicht anfassen oder danach die Hände zum Mund führen.
Ist er eine bedrohte Art?
Nein, die IUCN stuft ihn als nicht gefährdet ein: Er hat ein großes Gebiet in Neuguinea und stabile Bestände.

Das könnte dich interessieren