Blumen

Riesenrafflesie

Rafflesia arnoldi

Die Riesenrafflesie bringt die größte Einzelblüte der Welt hervor: eine parasitische Pflanze ohne Blätter und Wurzeln, berüchtigt für ihren Aasgeruch.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NameRafflesia arnoldi
HöheBlüte bis etwa 1 Meter Durchmesser
SonneSchatten: lebt im Waldunterwuchs
WasserStändig feuchte Umgebung
BodenKeiner: innerer Parasit der Tetrastigma-Lianen
ToxizitätNicht essbar, aber bei Berührung ungiftig
WachstumÄußerst langsam: die Knospe reift monatelang
TemperaturWarm-feuchte Tropen, frostfrei
BewässerungNicht kultivierbar: auf den Regenwald angewiesen

Die größte Blüte der Welt

Die Riesenrafflesie (Rafflesia arnoldii) ist für einen absoluten Rekord berühmt: Sie bildet die größte Einzelblüte des Pflanzenreichs, die etwa einen Meter Durchmesser erreichen und bis zu elf Kilogramm wiegen kann. Sie ist eine parasitische Pflanze ohne Chlorophyll, Blätter, Stängel oder sichtbare Wurzeln: Sie lebt vollständig im Inneren bestimmter Lianen der Gattung Tetrastigma, denen sie Wasser und Nährstoffe entzieht. Der einzige sichtbare Teil ist die riesige Blüte, ziegelrot mit hellen Flecken, mit fünf großen fleischigen Lappen rund um eine zentrale Grube.

Lebensraum und Verbreitung

Sie wächst in den Regenwäldern von Sumatra und Borneo, in Indonesien und Malaysia. Den größten Teil ihres Lebenszyklus bleibt sie im Inneren der Wirtspflanze verborgen; erst zur Blüte tritt eine kohlkopfähnliche Knospe aus der Liane hervor und öffnet sich.

Fortpflanzung und Bestäubung

Die Blüte verströmt einen starken Geruch nach verwesendem Fleisch, der ihr den Beinamen „Leichenblume" eingetragen hat. Der Gestank lockt Aasfliegen an, die die Blüte bestäuben, indem sie von einem Exemplar zum anderen wechseln. Die Pflanze ist zweihäusig — mit getrennten männlichen und weiblichen Blüten —, sodass die Bestäubung erfordert, dass zwei Blüten gleichzeitig nahe beieinander geöffnet sind, ein seltenes Ereignis.

Wussten Sie schon?

Sie wurde 1818 auf Sumatra von der Expedition Thomas Stamford Raffles' und Joseph Arnolds dokumentiert, daher der Name. Die Blüte bleibt nur wenige Tage geöffnet, ehe sie schwarz wird und zerfällt. Außerhalb ihres natürlichen Umfelds ist sie nicht kultivierbar.

Schutz

Sie gilt als selten und bedroht: Entwaldung, Zerstörung der Wirtslianen und das Sammeln der Knospen gefährden ihre Bestände. Ihr Überleben hängt vom umfassenden Schutz der südostasiatischen Regenwälder ab.

Praktische Tipps

Bewässerung

Wasserbedarf: Ständig feuchte Umgebung — prüfe vor dem Gießen immer die Substratfeuchte.

Standort

Bevorzugt Schatten: lebt im Waldunterwuchs: sorge für das richtige Licht und drehe die Pflanze für gleichmäßiges Wachstum.

Substrat

Empfohlener Boden: Keiner: innerer Parasit der Tetrastigma-Lianen. Erneuere das Substrat alle 1-2 Jahre.

Blätter

Wische die Blätter mit einem feuchten Tuch ab, um die Photosynthese zu fördern.

Düngung

Dünge während der Wachstumszeit (Frühling-Sommer) und pausiere im Winter.

Vorteile

  • Die größte Einzelblüte der Welt
  • Außergewöhnliches Beispiel einer Schmarotzerpflanze
  • Symbol der Biodiversität Südostasiens

Nachteile

  • Außerhalb ihres Lebensraums nicht kultivierbar
  • Widerlicher Geruch nach faulem Fleisch
  • Selten und durch Entwaldung bedroht

Häufige Fragen

Warum riecht die Rafflesie nach faulem Fleisch?
Der Geruch lockt Aasfliegen an, die sie bestäuben. Indem sie Insekten täuscht, die nach Kadavern suchen, sichert die Pflanze den Transport ihres Pollens von einer Blüte zur nächsten.
Kann man sie im Garten oder im Topf ziehen?
Nein, das ist praktisch unmöglich: Sie lebt als innerer Parasit bestimmter tropischer Lianen und ist auf Regenwaldbedingungen angewiesen. Sie hat weder eigene Wurzeln noch Blätter oder Stängel.
Wie lange hält die Blüte?
Sehr kurz: Einmal geöffnet, hält sie nur wenige Tage, bevor sie schwarz wird und zerfällt. Die Blüte ist ein seltenes, unvorhersehbares Ereignis.

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