Aspisviper
Vipera aspis
Eigenschaften
Charakter
Scheu, ruhig und keineswegs aggressiv, entgegen ihrem Ruf. Eine tag-/dämmerungsaktive Lauerjägerin, verbringt viel Zeit beim Sonnen und zwischen Steinen versteckt. Vor dem Menschen flieht sie oder bleibt reglos und verlässt sich auf Tarnung; sie beißt nur zur Verteidigung, wenn man sie tritt oder anfasst. Ektotherm, hält sie im Winter Winterruhe. Ovovivipar: die Jungen sind schon giftig geboren. Kein Tier zum Anfassen: eine wilde Giftschlange, zu respektieren und aus der Distanz zu beobachten.
Ernährung
Eine giftige Lauerjägerin. Erwachsene fressen vor allem Kleinsäuger (Wühlmäuse, Mäuse, Spitzmäuse); Jungtiere auch viele Echsen; gelegentlich Nestlinge. Reglos und getarnt entlang der Beutewege schlägt sie blitzschnell zu, injiziert Gift und lässt die Beute oft los, um sich nicht zu verletzen, folgt dann ihrer Geruchsspur mit Zunge und Jacobson-Organ, bis sie sie findet und ganz verschlingt. Ohne Wärmegruben (anders als Grubenottern) verlässt sie sich auf Geruch und Sehvermögen.
Die Aspisviper (Vipera aspis), englisch „asp viper", ist die am weitesten verbreitete und bekannteste Giftschlange Italiens. Berühmt für:
- Die einzige gefährliche Schlange in weiten Teilen Italiens: die am häufigsten anzutreffende Viper, die man kennen sollte, um sie zu respektieren
- Ihr Vipern-Aussehen: dreieckiger, deutlich vom Hals abgesetzter Kopf, senkrechte (katzenartige) Pupille und gedrungener Körper
- Das Zickzackmuster: ein dunkles, welliges oder gebändertes Band über den Rücken, auf grauem, braunem oder rötlichem Grund
- Die „aufgeworfene" Schnauze: die leicht erhobene Schnauzenspitze, ein Detail, das sie von anderen Vipern unterscheidet
- Einen rein defensiven Biss: scheu und ruhig, beißt sie den Menschen nur, wenn sie getreten, gegriffen oder in die Enge getrieben wird
- Lebend geborene Junge: sie legt keine Eier, sondern gebiert voll entwickelte junge Vipern
IUCN-Status: Nicht gefährdet (LC), aber in einigen Regionen rückläufig und lokal geschützt. Ein wichtiges Glied der Ökosysteme: als Nagerjägerin hilft sie, Wälder und Kulturland im Gleichgewicht zu halten. Anders als die exotischen Vipern dieses Portals (etwa die Gabunviper) ist die Aspisviper die „heimische" Viper Italiens und Südwesteuropas.
Klassifikation und Kategorie
Ordnung Squamata, Unterordnung Serpentes, Familie Viperidae (Vipern), Unterfamilie Viperinae — die „echten Vipern" der Alten Welt, denen die Gesichts-Wärmegruben der Grubenottern (Klapperschlangen und Verwandte wie die Texas-Klapperschlange) fehlen. In Italien umfasst die Gattung Vipera mehrere Arten; die Aspisviper ist die häufigste. Nicht zu verwechseln mit: der Kreuzotter (Vipera berus), eher an Alpen und Norden gebunden, ohne die aufgeworfene Schnauze der Aspisviper; und harmlosen Schlangen (Nattern), die einen schlankeren Körper, einen kaum abgesetzten Kopf und vor allem eine runde, nicht senkrechte Pupille haben. Etymologie: „Vipera" lateinisch, wohl von vivipara („Lebendgebärende"); „aspis" altgriechisch für „Giftschlange" (das in der Kleopatra-Legende eigentlich eine ägyptische Kobra meinte). Parameter: Länge meist 60-75 cm (bis ~85 cm). Gewicht gering, bis ~300 g. Körper gedrungen, Schwanz kurz; gekielte (raue) Schuppen. Lebensdauer für eine kleine Schlange beachtlich, oft 15-20 Jahre. Ovovivipar — die Eier entwickeln sich im Körper des Weibchens, das im Spätsommer 5-15 bereits giftige, selbstständige Junge gebiert.
Lebensraum und Verbreitung
Die Aspisviper lebt in Südwesteuropa: Frankreich, Schweiz, Nordostspanien und weite Teile Italiens (fast auf der ganzen Halbinsel und auf Sizilien, aber nicht auf Sardinien, wo keine Vipern leben). Bevorzugte Lebensräume — sonnige, trockene, deckungsreiche Orte: felsige, sonnige Hänge, Trockenmauern und Geröll (zum Sonnen und schnellen Verstecken); Waldränder, Lichtungen, Gebüsch und Trockenwiesen; und Hügel- und Bergzonen bis in große Höhen sowie traditionelle Kulturlandschaften. Als Ektotherm („wechselwarm") regelt sie ihre Temperatur durch Wechsel zwischen Sonne und Schatten und hält im Winter Winterruhe, oft unterirdisch. Vorwiegend tag- oder dämmerungsaktiv (an sehr heißen Tagen morgens und abends). Scheu, versucht sie vor dem Menschen fast immer zu fliehen oder reglos zu bleiben. IUCN: Nicht gefährdet; vielerorts jedoch rückläufig (Lebensraumzerstörung, intensive Landwirtschaft, direkte Tötung aus Angst). In mehreren Regionen gesetzlich geschützt.
Ernährung
Eine giftige Lauerjägerin, deren Kost auf kleiner warmblütiger Beute beruht: Kleinsäuger (Wühlmäuse, Mäuse und Spitzmäuse, die Basis der Erwachsenen); Echsen (wichtig vor allem für Jungtiere); und gelegentlich Nestlinge und kleine Vögel. Strategien: der Hinterhalt (reglos und getarnt entlang der Beutewege — nahe Bauen, Mauern, Nagerpfaden); der Biss-und-Loslass (sie schlägt blitzschnell zu und injiziert Gift, lässt die Beute oft los, um nicht verletzt zu werden; das Gift wirkt, das Tier stirbt in der Nähe); und das Geruchsverfolgen (mit gespaltener Zunge und Jacobson-Organ folgt sie der Spur der vergifteten Beute und verschlingt sie ganz). Anders als Grubenottern hat die Aspisviper keine Wärmegruben; zum Auffinden der Beute verlässt sie sich vor allem auf Geruch (über die Zunge) und Sehvermögen. Das Gift dient dem Töten und dem Beginn der Verdauung.
Körperliche Merkmale
Die Aspisviper hat das klassische Aussehen einer europäischen Viper: klein, gedrungen und „ernst" wirkend. Kopf und Augen (zum Erkennen): dreieckiger, breiter, deutlich vom schlanken Hals abgesetzter Kopf; senkrechte (elliptische) Pupille, wie bei einer Katze — ein typisches Vipernmerkmal gegenüber der runden Pupille harmloser Schlangen; und leicht aufgeworfene Schnauzenspitze (Unterschied zur Kreuzotter). Körper und Färbung: gedrungener, kräftiger Körper mit kurzem Schwanz (gegenüber den schlankeren, langschwänzigen Nattern); gekielte Schuppen (matter, rauer Eindruck); variable Grundfarbe (grau, braun, rötlich) mit dunklem Zickzack- oder Bändermuster über dem Rücken. Giftapparat: lange, einklappbare Giftzähne vorn im Maul (in Ruhe zurückgeklappt, beim Biss aufgerichtet); überwiegend hämotoxisches Gift.
Verhalten und Wissenswertes
Ein scheues, ruhiges und alles andere als aggressives Tier, entgegen ihrem Ruf. Sie verbringt viel Zeit beim Sonnen und zwischen Steinen versteckt und meidet den Menschen aktiv: die allermeisten Bisse geschehen, wenn die Viper versehentlich getreten oder, schlimmer, angefasst wird. Wissenswertes: der Biss (Angst und Realität) (schmerzhaft und ernst zu nehmen, aber bei rascher ärztlicher Hilfe — inkl. Antivenin in schweren Fällen — selten tödlich; bei Biss: ruhig bleiben, Glied ruhigstellen, Ringe/Uhr abnehmen, NICHT einschneiden/aussaugen/abbinden, schnell ins Krankenhaus). Die Pupille verrät die Viper (senkrecht wie bei einer Katze, gegen die runde Pupille harmloser Schlangen; dazu dreieckiger Kopf und gedrungener Körper). „Wechselwarm" und Winterruhe (Ektotherm, sonnt sich und überwintert unterirdisch). Junge schon „bewaffnet" (ovovivipar: im Spätsommer geborene Junge, bereits giftig und selbstständig). Kleopatras Aspis (in der Legende eine „Aspis" — wohl eine ägyptische Kobra, Naja haje). Der verborgene Nutzen (durch die Jagd auf Mäuse und Wühlmäuse reguliert sie Nager).
Vorteile
- Serpente velenoso più diffuso e iconico d'Italia: importante conoscerlo
- IUCN Least Concern; predatore utile che controlla i roditori
- Schiva e non aggressiva: morde solo per difesa
- Protetta dalla legge in diverse regioni
Nachteile
- È velenosa: il morso è doloroso e potenzialmente serio (cure mediche necessarie)
- Non va mai maneggiata né disturbata
- Spesso uccisa per paura, nonostante sia utile e protetta
- In declino locale per distruzione degli habitat



