Foto: Duane Raver, U.S. Fish and Wildlife Service · Public domain
Bachforelle
Salmo trutta
Herrscherin der kalten, klaren Gewässer, ist die Bachforelle einer der faszinierendsten Fische unserer Bäche: elegant, gefräßig und außerordentlich wandelbar.
Eigenschaften
Charakter
Einzelgängerischer, territorialer Räuber, auf der Lauer zwischen Felsen und Ufern. Vor allem in der Dämmerung aktiv; sehr anspruchsvoll bei der Wasserqualität.
Ernährung
Fleischfresser: Wasserinsekten, Larven und Wirbellose jung; auch Fische und ins Wasser gefallene Insekten als Erwachsene.
Ein Fisch mit tausend Kleidern
Die Bachforelle ist ein Süßwasserfisch mit schlankem, muskulösem Körper, für das Leben in der Strömung gebaut. Ihr faszinierendstes Merkmal ist die extreme Wandelbarkeit ihres Kleides: Der Rücken kann braun, grünlich oder grau sein, die Flanken golden oder silbrig, übersät mit charakteristischen schwarzen und roten Flecken, oft von einem hellen Hof umgeben. Zwei Tiere aus demselben Bach können sehr verschieden aussehen, und die Färbung passt sich an Umgebung und Wassertyp an.
Sie gehört zur Familie der Salmoniden, derselben wie der Lachs, und braucht wie ihre Verwandten gut sauerstoffreiches Wasser.
Wo sie lebt
Die Bachforelle bevorzugt kaltes, klares, sauerstoffreiches Wasser: Gebirgsbäche, schnell fließende Flüsse und Alpenseen. Die Wasserqualität ist für sie grundlegend, so sehr, dass ihre Anwesenheit als Anzeiger gesunder Flusslebensräume gilt. Sie versteckt sich gern unter Ufern, zwischen Wurzeln und hinter Felsblöcken, von wo aus sie die Strömung im Warten auf Beute überwacht.
Ein Lauerjäger
Sie ist ein gefräßiger, opportunistischer Räuber. Jung ernährt sie sich vor allem von Wasserinsekten, Larven und kleinen Wirbellosen, als Erwachsene jagt sie auch andere Fische, Kaulquappen und ins Wasser gefallene Insekten. Sie jagt vor allem in der Dämmerung und nutzt die Strömung, um Beute zu überraschen.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet im Herbst und Winter statt. Das Weibchen zieht flussaufwärts in flaches Wasser mit Kiesgrund, wo es mit dem Schwanz eine kleine Mulde gräbt, um darin seine Eier abzulegen. Der Kiesgrund und das fließende Wasser sichern die für die Entwicklung der Brut nötige Sauerstoffversorgung; die Jungfische schlüpfen im Frühjahr.
Schutz
Weltweit gibt die Art keinen besonderen Anlass zur Sorge, doch viele örtliche Bestände der heimischen Bachforelle sind in Bedrängnis. Die Hauptgefahren sind Verschmutzung und Veränderungen der Gewässer, der Bau von Querbauwerken, die Wanderungen verhindern, und der Besatz mit Zuchtforellen, der das Erbgut der heimischen Bestände verändert.



