Königsgeier
Sarcoramphus papa
Der Königsgeier ist der farbenprächtigste der Neuweltgeier: ein großer Aasfresser der amerikanischen Tropenwälder mit lebhaft gefärbtem nacktem Kopf.
Eigenschaften
Charakter
Einzelgängerisch und dominant am Aas; kreist hoch.
Ernährung
Aasfresser: Kadaver von Tieren aller Größen.
Der König der amerikanischen Geier
Der Königsgeier (Sarcoramphus papa) ist einer der auffälligsten Neuweltgeier und die einzige lebende Art der Gattung Sarcoramphus. Sein Körper, 71–81 cm lang mit einer Spannweite von fast zwei Metern, trägt ein cremeweißes Gefieder mit schwarzen Flügeln und schwarzem Schwanz sowie einem markanten grauen Kragen. Kopf und Hals sind nackt und grell gefärbt — orange, gelb, rot und violett — mit weißen Augen und einer auffälligen fleischigen Karunkel am Schnabel. Er wiegt zwischen 2,7 und 4,5 kg.
Lebensraum und Verbreitung
Er lebt in den tropischen Tieflandwäldern Mittel- und Südamerikas, vom südlichen Mexiko bis Nordargentinien. Er kreist hoch über dem Kronendach auf der Suche nach Aas, sucht aber auch Savannen und offene Flächen am Waldrand auf.
Verhalten und Nahrung
Er ist ein Aasfresser: Er ernährt sich von Tierkadavern und spielt eine zentrale ökologische Rolle bei der Reinigung der Umwelt. Mit seinem kräftigen Schnabel reißt er oft als Erster die zähe Haut großer toter Tiere auf und öffnet den Kadaver so auch für kleinere Geier. Durch Größe und Kraft dominiert er die anderen amerikanischen Geier am Futter — daher der Name „König".
Wussten Sie schon?
Anders als Altweltgeier besitzen Neuweltgeier wie dieser neben scharfen Augen auch einen ausgezeichneten Geruchssinn, um Nahrung zu finden. Er erscheint in zahlreichen mesoamerikanischen Kodizes und Mythen. In Gefangenschaft kann er etwa dreißig Jahre alt werden.
Schutz
Die IUCN führt ihn als nicht gefährdet (Least Concern), doch Entwaldung und der Rückgang von Beutetieren sind in weiten Teilen seines Areals wachsende Belastungen.
Vorteile
- Der farbenprächtigste der Neuweltgeier
- Zentrale ökologische Rolle bei der Umweltreinigung
- Nicht gefährdet, noch weit verbreitet
Nachteile
- Örtlich durch Entwaldung bedroht
- Auf verfügbares Aas angewiesen
- Langsame Fortpflanzung, ein Ei pro Gelege



