Pirol
Oriolus oriolus
Der Pirol ist ein Zugvogel, dessen Männchen leuchtend goldgelb mit schwarzen Flügeln glänzen, weit leichter zu hören als in den Baumkronen zu sehen.
Eigenschaften
Charakter
Scheu, baumbewohnend, mit flötendem Gesang
Ernährung
Insekten, Raupen und reifes Obst im Sommer
Beschreibung
Der Pirol ist einer der farbenprächtigsten Vögel Europas, doch erstaunlich schwer zu entdecken. Das Männchen hat ein leuchtend goldgelbes Gefieder, hervorgehoben durch das Schwarz der Flügel und des Schwanzes und einen rosafarbenen Schnabel. Das Weibchen ist weit unauffälliger, in gelblich-grünen Tönen mit weißlichem, gestreiftem Bauch. Trotz der lebhaften Farben verschmilzt das Männchen gut mit den sonnenbeschienenen Blättern.
Lebensraum und Verbreitung
Er ist ein Zugvogel, der den Sommer in Europa und weiten Teilen Westasiens verbringt und im zentralen und südlichen Afrika überwintert. Er bewohnt lichte Laubwälder, Pappelhaine, Obstgärten und Baumreihen entlang von Gewässern und bleibt fast immer hoch in den Kronen verborgen.
Verhalten
Er verbringt einen Großteil seiner Zeit im Laub, wo er sich vor allem durch seinen Gesang verrät: ein flötender, melodiöser und unverwechselbarer Pfiff, oft als flüssiger, goldener Ruf beschrieben. Er ernährt sich von Insekten, Raupen und im Sommer und Herbst von reifem Obst wie Kirschen und Feigen. Er baut ein hängemattenförmiges Nest, aufgehängt in der Gabelung eines Astes.
Wissenswertes
Sein wissenschaftlicher Name stammt vom lateinischen aurum, "Gold", nach dem Gefieder des Männchens. Der Gesang hat Musiker und Dichter inspiriert: Der Komponist Olivier Messiaen widmete ihm ein Stück seines Vogelkatalogs.
Schutz
Er gilt als nicht gefährdet, ist aber auf reife Wälder und Auenlebensräume angewiesen. Der Verlust dieser Lebensräume und der Einsatz von Pestiziden, die Insekten verringern, können lokale Bestände bedrohen.
(Hinweis: Der von Wikidata angegebene Massewert von 7,3 kg ist offensichtlich falsch: Der Pirol wiegt in Wirklichkeit etwa 50–80 Gramm.)
Vorteile
- Gefieder des Männchens zu den schönsten Europas zählend
- Melodiöser, unverwechselbarer Gesang
- Nützlicher Jäger von Raupen und Insekten
Nachteile
- Äußerst schwer in den Kronen zu entdecken
- Auf reife Wälder und Auenlebensräume angewiesen
- Empfindlich gegenüber Insektenrückgang



