Rohrdommel

Foto: MPF · CC BY-SA 3.0

Vögel

Rohrdommel

Botaurus stellaris

Die Rohrdommel ist ein scheuer, getarnter Reiher der Schilfgebiete, berühmt für den dumpfen, rinderartigen Balzruf des Männchens, der im Frühjahr kilometerweit trägt.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NameBotaurus stellaris
Gewicht0,9–1,9 kg
Lebensdauer10–13 anni
GrößeLänge 70–80 cm, Flügelspannweite bis 130 cm
Energie2/5

Charakter

Scheu, einzelgängerisch, hervorragend getarnt

Ernährung

Fleischfressend: Fische, Amphibien, kleine Säuger und Insekten

Der unsichtbare Reiher des Schilfs

Die Rohrdommel ist ein gedrungener, kräftiger Reiher aus der Familie der Reiher (Ardeidae), mit braun-gelbem, fein schwarz gestreiftem und geflecktem Gefieder. Dieses tarnende Federkleid macht sie im Schilf nahezu unsichtbar: Wittert sie Gefahr, richtet sie den Schnabel senkrecht nach oben und verharrt reglos, ahmt das Schilf nach und wiegt sich sogar im Wind. (Hinweis: Der von Wikidata angegebene Massewert von 42 kg ist offensichtlich falsch: Dieser Vogel wiegt in Wirklichkeit etwa 0,9 bis 1,9 kg.)

Lebensraum und Verbreitung

Sie lebt in ausgedehnten Röhrichten und Süßwasser-Feuchtgebieten Eurasiens und Nordafrikas. Sie ist eine überaus verborgen lebende Art, die sich selten offen zeigt und sich lieber verstohlen durch die dichte Sumpfvegetation bewegt.

Verhalten und Nahrung

Sie ist eine Ansitzjägerin, die langsam durch das Schilf schreitet: Sie ernährt sich von Fischen, Amphibien, kleinen Säugetieren, Jungvögeln, Krebstieren und Insekten. Im Frühjahr gibt das Männchen einen tiefen, dumpfen Ruf von sich, dem Brüllen eines Ochsen ähnlich, der kilometerweit zu hören ist — ein Laut, der ihr in vielen Sprachen mit Ochse und Kuh verbundene Namen einbrachte.

Wissenswertes

Das berühmte „Rufen“ der Rohrdommel entsteht dank ihrer dehnbaren Speiseröhre, die als Resonanzraum dient. Es ist einer der charakteristischsten Laute europäischer Feuchtgebiete in der Dämmerung. Der wissenschaftliche Name stellaris spielt auf die sternartigen Flecken des Gefieders an.

Schutz

Die Art gilt weltweit als nicht gefährdet, doch in vielen europäischen Ländern gilt sie wegen Entwässerung und Verschlechterung der Röhrichte als gefährdet oder stark gefährdet. Die Wiederherstellung von Feuchtgebieten ist für ihr örtliches Überleben entscheidend.

Vorteile

  • Außergewöhnliche Tarnung im Schilf
  • Einzigartiger, rinderartiger Balzruf
  • Indikator für die Gesundheit von Feuchtgebieten

Nachteile

  • Sehr empfindlich gegenüber dem Verlust von Röhrichten
  • Äußerst schwer zu beobachten

Häufige Fragen

Warum 'brüllt' die Rohrdommel?
Im Frühjahr gibt das Männchen einen tiefen, dumpfen Ruf ähnlich dem Brüllen eines Ochsen von sich, erzeugt durch die dehnbare Speiseröhre als Resonanzraum. Er markiert das Revier, lockt das Weibchen an und ist kilometerweit zu hören.
Wie tarnt sie sich?
Ihr braunes gestreiftes Gefieder verschmilzt mit dem Schilf. Bei Gefahr richtet sie den Schnabel nach oben und verharrt reglos, ahmt das Schilf nach und wiegt sich sogar im Wind, um nicht entdeckt zu werden.
Wo lebt sie?
In ausgedehnten Röhrichten und Süßwasser-Feuchtgebieten Eurasiens und Nordafrikas. Sie ist ein sehr verborgener Vogel, selten offen zu sehen.
Ist sie gefährdet?
Weltweit gilt sie als nicht gefährdet, doch in vielen europäischen Ländern ist sie durch den Verlust von Röhrichten gefährdet oder stark gefährdet. Die Wiederherstellung von Feuchtgebieten ist entscheidend für ihren Schutz.

Das könnte dich interessieren