Foto: Edgar Thurston, Madras Government, India · Public domain
Schmutzgeier
Neophron percnopterus
Der Schmutzgeier ist ein kleiner schwarz-weißer Altweltgeier, berühmt dafür, mit Steinen als Werkzeug Straußeneier aufzubrechen.
Eigenschaften
Charakter
Opportunistisch und findig; nutzt Werkzeuge zum Öffnen von Eiern.
Ernährung
Opportunistischer Aasfresser: Aas, kleine Tiere, Eier, Abfälle.
Der kleine Geier, der Werkzeug benutzt
Der Schmutzgeier (Neophron percnopterus) ist ein kleiner Altweltgeier und die einzige Art der Gattung Neophron. Er hat ein überwiegend schmutzig-weißes Gefieder mit schwarzen Schwungfedern, ein nacktes, leuchtend gelbes Gesicht und einen Schopf zerzauster Federn am Kopf. Im Flug ist er am kontrastreichen schwarz-weißen Muster der Flügelunterseite und am keilförmigen Schwanz unverkennbar. Er wiegt in der Regel zwischen 1,6 und 2,4 kg. (Hinweis: Der bei Wikidata angegebene Massewert von 94 kg ist offensichtlich falsch — es ist ein Vogel von wenigen Kilogramm.)
Lebensraum und Verbreitung
Er besiedelt ein riesiges Gebiet, von der Iberischen Halbinsel und Nordafrika bis nach Westasien und Indien. Er hält sich in offenen, trockenen und hügeligen Landschaften auf, wo er in den heißesten Stunden auf Thermik segelt.
Verhalten und Nahrung
Er ernährt sich vor allem von Aas, ist aber ein Opportunist: Er erbeutet auch kleine Säugetiere, Vögel und Reptilien und frisst organische Abfälle und Eier. Berühmt ist er für ein seltenes Werkzeugverhalten: Um die großen, harten Straußeneier zu öffnen, ergreift er einen Stein mit dem Schnabel und wirft ihn wiederholt auf das Ei, bis es zerbricht.
Wussten Sie schon?
Im alten Ägypten galt er als heiliger Vogel, geschützt und mit der Göttin Nechbet verbunden; sein englischer Beiname „Pharaonenhuhn" erinnert an diese Verehrung. Indem er sich von Kadavern und Abfällen ernährt, leistet er einen wertvollen „Reinigungsdienst" für die Umwelt.
Schutz
Die IUCN führt ihn als stark gefährdet (Endangered). Die Bestände gehen stark zurück, durch Vergiftung (auch durch Tierarzneimittel in Kadavern), Giftköder, Kollisionen mit Infrastruktur und eine Verringerung des verfügbaren Futters.
Vorteile
- Nutzt Steine als Werkzeug (selten bei Vögeln)
- Wertvoller Aasfresser, der die Umwelt reinigt
- Riesiges Areal über drei Kontinente
Nachteile
- Stark gefährdet
- Sehr empfindlich gegenüber Vergiftung und Giftködern
- Bestände stark rückläufig



