Carnivore

Gemeines Fettkraut

Pinguicula vulgaris

Das Gemeine Fettkraut ist eine kleine fleischfressende Pflanze mit glänzenden, klebrigen Blättern, die Insekten fangen, gekrönt von zarten violetten Blüten.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NamePinguicula vulgaris
Höhe5–15 cm in Blüte
SonneVolle Sonne oder helles Licht
WasserSehr hoch, Substrat stets feucht
BodenNährstoffarm, sauer, torfig und kalkfrei
ToxizitätUngiftig
WachstumLangsam, ausdauernd
TemperaturWinterhart, bildet Winterknospen
BlütezeitSpätfrühling bis Sommer (violette Blüten)
BewässerungNur Regen- oder entmineralisiertes Wasser

Butterartige Blätter, die Insekten fangen

Das Gemeine Fettkraut ist eine kleine ausdauernde fleischfressende Pflanze aus der Familie der Wasserschlauchgewächse. Es bildet eine flache Rosette aus gelbgrünen Blättern, die glänzend und leicht fettig anzufassen sind — daher der Name (vom lateinischen pinguis, „fett“). Die Blattoberfläche ist mit winzigen Drüsenhaaren bedeckt, die eine zähe Flüssigkeit absondern: Landet ein kleines Insekt darauf, wird es festgehalten und verdaut. Im Sommer bringt die Pflanze elegante einzelne violettblaue Blüten auf einem dünnen Stiel hervor.

Lebensraum und Verbreitung

Es ist in weiten Teilen der Nordhalbkugel verbreitet, in Europa, Asien und Nordamerika. Es wächst an feuchten, nährstoffarmen Orten: Mooren, Nasswiesen, Ufern und überrieselten Felsen, oft im Gebirge. Gerade die Armut des Bodens hat es dazu gebracht, seine Nahrung durch den Fang von Insekten zu ergänzen.

Wie es Beute fängt

Die Blätter wirken als Klebefalle: Insekten, die darauf landen, werden vom Schleim festgehalten, und die Pflanze rollt die Blattränder leicht ein, um den Kontakt zu vergrößern und die Verdauung zu fördern. Die abgesonderten Enzyme lösen das Gewebe der Beute auf, aus dem die Pflanze Stickstoff und andere im Boden knappe Nährstoffe aufnimmt.

Kultur

Es lässt sich von Liebhabern kultivieren, braucht aber spezielle Pflege: ein nährstoffarmes, saures, kalkfreies Substrat, stets feucht, und Gießen nur mit Regen- oder entmineralisiertem Wasser, vorzugsweise von unten. Es liebt helles Licht. Im Winter gehen viele gemäßigte Formen in Ruhe und schrumpfen zu einer kompakten Winterknospe namens Hibernaculum.

Schutz

Die Art gilt als nicht gefährdet, leidet aber wie viele Moorpflanzen unter der Entwässerung und Trockenlegung von Feuchtgebieten. Sie sollte niemals in der Natur gesammelt werden.

Blütezeit

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Praktische Tipps

Bewässerung

Wasserbedarf: Sehr hoch, Substrat stets feucht — prüfe vor dem Gießen immer die Substratfeuchte.

Standort

Bevorzugt Volle Sonne oder helles Licht: sorge für das richtige Licht und drehe die Pflanze für gleichmäßiges Wachstum.

Substrat

Empfohlener Boden: Nährstoffarm, sauer, torfig und kalkfrei. Erneuere das Substrat alle 1-2 Jahre.

Blätter

Wische die Blätter mit einem feuchten Tuch ab, um die Photosynthese zu fördern.

Düngung

Dünge während der Wachstumszeit (Frühling-Sommer) und pausiere im Winter.

Vorteile

  • Fängt natürlich Mücken und kleine Insekten
  • Elegante violette Blüten
  • Ausdauernd und winterhart im gemäßigten Klima

Nachteile

  • Anspruchsvoll: reines Wasser und kalkfreies Substrat
  • Verträgt keine reichen oder gedüngten Böden

Häufige Fragen

Wie fängt das Fettkraut Insekten?
Seine Blätter sind mit Drüsenhaaren bedeckt, die einen klebrigen Schleim absondern. Darauf landende Insekten bleiben haften; die Pflanze rollt die Blattränder leicht ein und verdaut sie mit Enzymen.
Welches Wasser soll ich verwenden?
Nur Regen-, destilliertes oder entmineralisiertes Wasser, von unten. Leitungswasser, reich an Kalk, schadet dieser und anderen fleischfressenden Pflanzen.
Warum schrumpft es im Winter zu einer Knospe?
Gemäßigte Formen gehen in Ruhe und bilden ein Hibernaculum, eine kompakte Winterknospe, die ihnen hilft, die Kälte zu überstehen. Im Frühjahr öffnet sich die Rosette wieder.
Muss ich es mit Insekten füttern?
Nein. Im Haus fängt es Mücken und kleine Insekten selbst. Es sollte nie mit Fleisch oder großer Nahrung zwangsgefüttert werden, das würde die Blätter faulen lassen.

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