Carnivore

Großblütiges Fettkraut

Pinguicula grandiflora

Eine fleischfressende Pflanze der europäischen Berge: Das Großblütige Fettkraut fängt Insekten mit klebrigen Blättern und trägt auffällige violette Blüten, größer als im Gattungsschnitt.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NamePinguicula grandiflora
HöheNiedrige Rosette; Blütenstiele 8–15 cm
SonneVolle Sonne oder sehr helles Licht
WasserHoch: dauerhaft feuchtes Substrat
BodenTorfig oder feucht-kalkig, nährstoffarm
ToxizitätUngiftig
WachstumLangsam
TemperaturKühl, montan; überwintert als Knospe
BlütezeitMai–Juni, violette Blüten
BewässerungRegen- oder destilliertes Wasser, Anstaumethode

Eine Fleischfresserin mit honigglänzenden Blättern

Das Großblütige Fettkraut ist eine kleine fleischfressende Pflanze, die eine Rosette fleischiger, glänzend gelblichgrüner und sich fettig anfühlender Blätter bildet. Dieser klebrige Film ist kein Zierrat: Er ist ein Leimschleier, auf dem kleine Insekten hängenbleiben. Die Blätter arbeiten ohne bewegliche Teile wie lebendes Fliegenpapier und verdauen ihre Beute mit über die Oberfläche verstreuten Drüsen. Ihr auffälligstes Merkmal sind jedoch die Blüten: große violette Spornblüten, deutlich breiter als im Gattungsschnitt, auf aufrechten Stielen.

Lebensraum und Verbreitung

Sie stammt aus den Gebirgen Europas, insbesondere den Pyrenäen und Alpen, kommt aber auch in Irland und anderen kühl-feuchten gemäßigten Regionen vor. Sie wächst in Mooren, Feuchtwiesen, an Quellen und tropfenden Felswänden, auf nährstoffarmen Böden, wo der Insektenfang den Stickstoffmangel ausgleicht.

Zyklus und Kultur

Sie ist eine Staude kühler Klimate: Im Winter zieht sich die Sommerrosette in eine kleine, kompakte Ruheknospe (Hibernakel) zurück, aus der sie im Frühjahr wieder austreibt und blüht. In Kultur braucht sie viel Licht, ein nährstoffarmes, stets feuchtes Substrat mit mineralfreiem Wasser und kühle Temperaturen mit Winterruhe. Sie ist bei Liebhabern wegen der Verbindung von Karnivorie und schönen Blüten beliebt.

Wissenswertes

Die klebrigen Blätter wurden in manchen Gegenden traditionell zum Dicklegen von Milch genutzt, wobei man ihre Enzyme ausnutzte. Fettkräuter sind mit den Wasserschläuchen verwandt, weiteren bekannten Fleischfressern.

Schutz

Die Art gibt dort, wo sie häufig ist, keinen besonderen Anlass zur Sorge, hängt aber von Gebirgsfeuchtgebieten ab, empfindlichen Lebensräumen, die durch Entwässerung und Störung bedroht sind. Im Handel angebotene Pflanzen sollten aus Kultur stammen.

Blütezeit

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Praktische Tipps

Bewässerung

Wasserbedarf: Hoch: dauerhaft feuchtes Substrat — prüfe vor dem Gießen immer die Substratfeuchte.

Standort

Bevorzugt Volle Sonne oder sehr helles Licht: sorge für das richtige Licht und drehe die Pflanze für gleichmäßiges Wachstum.

Substrat

Empfohlener Boden: Torfig oder feucht-kalkig, nährstoffarm. Erneuere das Substrat alle 1-2 Jahre.

Blätter

Wische die Blätter mit einem feuchten Tuch ab, um die Photosynthese zu fördern.

Düngung

Dünge während der Wachstumszeit (Frühling-Sommer) und pausiere im Winter.

Vorteile

  • Klebrige Blätter, die Insekten fangen
  • Große, auffällige violette Blüten
  • Gut für alle, die eine robuste Bergfleischfresserin wollen

Nachteile

  • Braucht kühles Klima und Winterruhe
  • Stets feuchtes Substrat mit mineralfreiem Wasser
  • Langsames Wachstum

Häufige Fragen

Wie fängt es Insekten?
Die Blätter sind mit einem von Drüsen erzeugten klebrigen Film überzogen: Kleine Insekten bleiben wie auf Fliegenpapier hängen und werden an Ort und Stelle verdaut.
Warum hat es so große Blüten?
Das ist sein Kennzeichen: Die violetten Blüten sind deutlich größer als im Schnitt der Gattung Pinguicula, daher der Name „großblütig".
Wie überwintert es?
Im Winter zieht sich die Rosette in eine kleine, kompakte Ruheknospe (Hibernakel) zurück, die im Frühjahr wieder austreibt. Es braucht eine Kälteperiode.
Ist es schwer zu kultivieren?
Es gehört zu den pflegeleichteren Bergfleischfressern, braucht aber helles Licht, ein nährstoffarmes, stets feuchtes Substrat mit mineralfreiem Wasser und eine kühle Winterruhe.

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