Carnivore

Kobralilie

Darlingtonia californica

Eine fleischfressende Pflanze aus Kalifornien und Oregon: Die Kobralilie verdankt ihren Namen den gebogenen Schläuchen, die an eine aufgerichtete Kobra mit gespaltener „Zunge" erinnern.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NameDarlingtonia californica
HöheSchläuche bis 60–90 cm
SonneVolle Sonne oder sehr helles Licht
WasserHoch: Wurzeln stets kühl und feucht
BodenSerpentin/torfig, nährstoffarm, sauer und durchlässig
ToxizitätUngiftig
WachstumLangsam
TemperaturKühl, mit kalten Nächten
BewässerungMineralfreies Wasser; kühle Wurzeln

Eine Fleischfresserin in Schlangenform

Die Kobralilie ist eine fleischfressende Pflanze von unverwechselbarer Gestalt: Ihre umgebildeten Blätter entwickeln sich zu röhrenförmigen Schläuchen, die sich nach oben zu einer geschwollenen Haube krümmen, unter der ein zweilappiger Anhang wie die gespaltene Zunge einer Schlange hängt. Das Ganze gleicht einer zum Angriff aufgerichteten Kobra — daher der Name. Sie ist die einzige Art der Gattung Darlingtonia und mit den amerikanischen Schlauchpflanzen (Sarracenia) verwandt.

Eine Labyrinthfalle

Anders als viele Schlauchpflanzen sammelt sie kein Regenwasser: Die geschlossene Haube hält den Regen ab. Die Falle wirkt stattdessen durch optische Täuschung: Die Haube ist mit durchscheinenden „Fenstern" übersät, die Licht durchlassen. Vom Nektar angelockte Insekten fliegen im Inneren zu den hellen Stellen, die sie für Ausgänge halten, erschöpfen sich und rutschen schließlich in die Röhre, wo nach unten gerichtete Haare das Hinaufklettern verhindern.

Lebensraum und Verbreitung

Sie ist in den Bergen und kalten Mooren Nordkaliforniens und Oregons endemisch, wo sie auf nährstoffarmen Serpentinböden wächst, oft entlang kalter Bäche und Quellen. Sie ist an kühle Sommer und eine ständige Wasserzufuhr an den Wurzeln angepasst.

Kultur

Sie gilt als schwierig: Ihr Hauptbedürfnis sind kühle Wurzeln. In der Natur hält Quellwasser das Wurzelsystem auch bei warmer Luft auf niedriger Temperatur; in Kultur muss dies mit mineralfreiem Wasser und einem stets kühlen, feuchten Substrat nachgebildet werden. Sie liebt volle Sonne und kalte Nächte.

Schutz

Die Art gilt als nicht gefährdet, doch ihre Standorte sind lokal begrenzt und empfindlich. Die Zerstörung der Moore und illegales Sammeln sind örtliche Bedrohungen; im Handel angebotene Pflanzen sollten nur aus Kultur stammen.

Praktische Tipps

Bewässerung

Wasserbedarf: Hoch: Wurzeln stets kühl und feucht — prüfe vor dem Gießen immer die Substratfeuchte.

Standort

Bevorzugt Volle Sonne oder sehr helles Licht: sorge für das richtige Licht und drehe die Pflanze für gleichmäßiges Wachstum.

Substrat

Empfohlener Boden: Serpentin/torfig, nährstoffarm, sauer und durchlässig. Erneuere das Substrat alle 1-2 Jahre.

Blätter

Wische die Blätter mit einem feuchten Tuch ab, um die Photosynthese zu fördern.

Düngung

Dünge während der Wachstumszeit (Frühling-Sommer) und pausiere im Winter.

Vorteile

  • Spektakuläre Kobraform mit gespaltener Zunge
  • Labyrinthfalle mit durchscheinenden „Fenstern"
  • Ikonische Pflanze für Sammler

Nachteile

  • Schwierig: braucht kühle Wurzeln und kalte Nächte
  • Empfindlich gegen warmes, mineralreiches Wasser
  • Langsames Wachstum

Häufige Fragen

Warum heißt sie Kobralilie?
Wegen der Form ihrer Schläuche, die sich zu einer geschwollenen Haube mit zweilappigem Anhang krümmen, der an die gespaltene Zunge einer schlagbereiten Kobra erinnert.
Wie fängt sie Insekten?
Durch optische Täuschung: Die Haube hat durchscheinende „Fenster"; vom Nektar angelockte Insekten fliegen zum Licht, suchen den Ausgang, erschöpfen sich und fallen in die Röhre, wo abwärts gerichtete Haare die Flucht verhindern.
Warum braucht sie kühle Wurzeln?
In der Natur wächst sie entlang kalten Quellwassers, das die Wurzeltemperatur niedrig hält. In Kultur muss dies nachgebildet werden, sonst leidet die Pflanze.
Ist sie leicht zu kultivieren?
Nein, sie gilt als anspruchsvoll: Sie braucht volle Sonne, kühle Nächte, mineralfreies Wasser und vor allem auch im Sommer kühl gehaltene Wurzeln.

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