Foto: Mnolf · CC BY-SA 3.0
Breitflügelfledermaus
Eptesicus serotinus
Die Breitflügelfledermaus ist eine mittelgroße bis große europäische Fledermaus mit langsamem, kräftigem Flug, die in der Dämmerung Insekten jagt.
Eigenschaften
Charakter
Nachtaktiv, dämmerungsaktiv, gesellig in Kolonien
Ernährung
Insektenfresser: Käfer und Nachtfalter im Flug
Beschreibung
Die Breitflügelfledermaus ist eine der größten Fledermäuse Europas, mit einer Flügelspannweite von fast 37 Zentimetern. Sie hat dichtes, samtiges braunes Fell, das am Bauch heller ist, breite Flügel und dreieckige Ohren. Ihre Schnauze ist dunkel und unbehaart. Ihr Flug ist typischerweise langsam, breit und kraftvoll, oft in mittlerer Höhe, und wechselt zwischen Gleitphasen und kräftigen Flügelschlägen.
Lebensraum und Verbreitung
Sie ist in weiten Teilen Europas, Nordafrikas und Westasiens verbreitet. Sie ist eng an vom Menschen geprägte Landschaften gebunden: Sie bevorzugt offenes Kulturland, Waldränder, Parks und Gärten und quartiert sich vor allem in Gebäuden ein, in Dachböden und Dachhohlräumen.
Verhalten
Sie fliegt in der Dämmerung zur Jagd aus, oft als eine der ersten Fledermäuse am Abendhimmel, wie ihr Name andeutet. Sie ernährt sich von fliegenden Insekten, besonders Käfern und Nachtfaltern, die sie im Flug rund um Straßenlaternen, Hecken und Baumkronen erbeutet. Den Winter verbringt sie im Winterschlaf an geschützten Orten.
Wissenswertes
Ihr wissenschaftlicher Artname stammt vom lateinischen serotinus, also "des Abends", wegen der Gewohnheit, früh in der Dämmerung zu fliegen. Wochenstuben bestehen fast ausschließlich aus Weibchen, die ihre Jungen gemeinsam in warmen, ruhigen Dachböden aufziehen.
Schutz
Sie gilt als nicht gefährdet, ist aber wie alle europäischen Fledermäuse gesetzlich geschützt. Die größten Gefahren sind die Störung der Quartiere, die Sanierung von Gebäuden und der Rückgang der Insekten durch Pestizide.
Vorteile
- Wertvoller natürlicher Regulator nachtaktiver Insekten
- Gut an das Leben neben dem Menschen angepasst
- Langlebig, kann über fünfzehn Jahre alt werden
Nachteile
- Empfindlich gegenüber Störung der Quartiere in Gebäuden
- Bedroht durch Insektenschwund infolge von Pestiziden
- Geschützte Art: darf nicht gestört oder entfernt werden



