Foto: Joseph Smit · Public domain
Goldrücken-Rüsselhündchen
Rhynchocyon chrysopygus
Ein kleines Säugetier mit rüsselartiger Nase und leuchtend goldener Kruppe: Das Goldrücken-Rüsselhündchen ist der größte Rüsselspringer und lebt nur an Kenias Küste.
Eigenschaften
Charakter
Tagaktiv, bodenbewohnend, monogam, scheu
Ernährung
Insektenfresser: Käfer, Termiten, Spinnen, Regenwürmer
Keine Spitzmaus, sondern ein Afrotheria
Trotz des deutschen Namensteils „-hündchen" und der Ähnlichkeit mit Spitzmäusen ist das Goldrücken-Rüsselhündchen weder mit Hunden noch mit Spitzmäusen verwandt: Es gehört zu den Rüsselspringern, einer Gruppe der Afrotheria, die ihre Vorfahren mit Elefanten, Schliefern und Seekühen teilt. Sein auffälligstes Merkmal ist eine leuchtend goldene Kruppe, die sich vom dunklen Fell abhebt – vermutlich ein Signal, das die Bisse von Fressfeinden zum widerstandsfähigsten Körperteil lenkt. Die Nase ist zu einem kleinen, beweglichen Rüssel verlängert, der ständig den Boden abtastet. Mit rund 540 Gramm ist es die größte Art seiner Familie.
(Hinweis: Der von Wikidata angegebene Massewert von 80 kg ist für ein Tier dieser Größe offensichtlich falsch; das tatsächliche Gewicht liegt kaum über einem halben Kilogramm.)
Lebensraum und Verbreitung
Es lebt in einem schmalen Streifen Küstenwald im östlichen und südöstlichen Kenia, vor allem im Arabuko-Sokoke-Wald. Es bevorzugt geschlossene Wälder mit dicker Laubstreu, in der es den Großteil seiner Zeit mit der Nahrungssuche am Boden verbringt. Sein stark zersplittertes Verbreitungsgebiet macht die Art besonders gefährdet.
Verhalten
Es ist tagaktiv und bodenbewohnend. Es bildet lebenslange monogame Paare: Männchen und Weibchen teilen dasselbe Revier, führen aber weitgehend getrennte Leben und finden vor allem zur Fortpflanzung zusammen. Es frisst Wirbellose — Käfer, Termiten, Spinnen, Regenwürmer —, die es mit der Nase aus der Streu wühlt. Aus Pflanzenmaterial baut es am Boden Nester, die ihm als Rückzugsorte zum Ruhen und als Schutz vor Fressfeinden dienen.
Wissenswertes
Bei Gefahr kann das Rüsselhündchen rhythmisch mit dem Schwanz auf die Laubstreu schlagen, um einem Fressfeind zu signalisieren, dass es entdeckt wurde, und ihn so von der Verfolgung abzuhalten; ist es gezwungen, flieht es in schnellen Sprüngen über Pfade, die es freihält. Das Weibchen bringt meist ein einzelnes Junges zur Welt, mehrmals im Jahr, und zieht es ohne Beteiligung des Männchens auf.
Schutz
Die IUCN führt die Art als stark gefährdet (Endangered). Hauptbedrohungen sind die Zerstörung und Zersplitterung des Küstenwaldes sowie Störungen des Lebensraums. Der Schutz der letzten Arabuko-Sokoke-Wälder ist für das Überleben entscheidend.
Vorteile
- Der größte Rüsselspringer, mit unverkennbarem Fell
- Lebenslange monogame Paarbindungen
- Ungewöhnliches, faszinierendes Verhalten gegen Fressfeinde
Nachteile
- Winziges, zersplittertes Verbreitungsgebiet; sehr gefährdet
- Durch Verlust des Küstenwaldes bedroht
- Kein Haustier: spezielle Bedürfnisse eines Wildtiers



