Foto: Snowyowls · CC BY-SA 2.0
Wasserreh
Hydropotes inermis
Ein kleiner asiatischer Hirsch ohne Geweih, aber mit langen Hauern: Das Wasserreh lebt zwischen Schilf und Flüssen und wird „Vampirhirsch" genannt.
Eigenschaften
Charakter
Einzelgängerisch, dämmerungsaktiv, scheu; guter Schwimmer
Ernährung
Pflanzenfresser: Gräser, Schilf, Triebe, Wasserpflanzen
Der Hirsch mit Hauern
Das Wasserreh ist ein kleiner Hirsch von ungewöhnlichem Aussehen. Anders als fast alle anderen Hirsche tragen die Männchen kein Geweih: Stattdessen zeigen sie zwei lange obere Eckzähne in Form von Hauern, die wie kleine Säbel aus dem Maul ragen und bei Kämpfen zwischen Rivalen eingesetzt werden. Gerade diese Hauer haben ihm den Beinamen „Vampirhirsch" eingebracht. Der Körper ist gedrungen, das Fell braun-rötlich, und die großen Augen und runden Ohren verleihen ihm ein plüschtierartiges Aussehen.
Lebensraum und Verbreitung
Es stammt aus Korea und dem östlichen China, wo es in Feuchtgebieten lebt: Schilfgebieten, Flussufern, Sümpfen und überschwemmten Wiesen. Es ist ein guter Schwimmer und scheut das Wasser nicht, daher der Name. Eingebürgerte Populationen leben auch freilebend in Großbritannien und Frankreich.
Verhalten und Fortpflanzung
Es ist einzelgängerisch und überwiegend dämmerungsaktiv, scheu und schwer fassbar. Es ernährt sich von Gräsern, Schilf, Trieben und Wasserpflanzen. Eine Besonderheit unterscheidet es von anderen Hirschen: Das Weibchen kann mehrere Junge auf einmal zur Welt bringen, mitunter bis zu fünf oder sechs, eine für einen Hirsch ungewöhnlich hohe Fortpflanzungsrate.
Wissenswertes
Trotz Namen und einiger Ähnlichkeiten ist es nicht mit den asiatischen Moschustieren verwandt: Genetische Analysen stellen es nahe zum europäischen Reh. Die Hauer der Männchen sind beweglich und können beim Fressen leicht zurückgezogen werden.
Schutz
Die IUCN führt die Art als gefährdet: In ihrem Heimatgebiet ist sie durch Jagd und den Verlust von Feuchtgebieten bedroht. Paradoxerweise nehmen die in Europa eingeführten Populationen zu und beherbergen einen erheblichen Anteil des Weltbestands.
Vorteile
- Lange Hauer statt Geweih, einzigartig
- Geschickter Schwimmer der Feuchtgebiete
- Hohe Fortpflanzungsrate für einen Hirsch
Nachteile
- Im Heimatgebiet gefährdet
- Auf rückläufige Feuchtgebiete angewiesen
- Kein Haustier: wilder Hirsch



