Foto: Charles J. Sharp · CC BY-SA 4.0
Dschelada
Theropithecus gelada
Mit dem auffälligen roten Fleck auf der Brust und der dichten Mähne der Männchen ist der Dschelada ein einzigartiger Affe der äthiopischen Hochländer, der einzige Primat, der sich fast nur von Gras ernährt.
Eigenschaften
Charakter
Sozial, tagaktiv, lebt in großen Gruppen
Ernährung
Pflanzenfresser: fast ausschließlich Gras, mit Wurzeln und Samen
Der Affe mit dem roten Herzen
Der Dschelada ist ein großer Altweltaffe, mit den Pavianen verwandt, von unverwechselbarem Aussehen. Sein auffälligstes Merkmal ist ein Fleck nackter Haut von leuchtendem Rot, sanduhrförmig, der in der Mitte der Brust hervorsticht: Deshalb wird er auch 'Blutbrustpavian' genannt. Die Farbe dieses Flecks wird in den Fortpflanzungszeiten intensiver. Die Männchen sind viel größer als die Weibchen und tragen eine lange, dichte Mähne aus Haaren an Schultern und Rücken sowie kräftige Eckzähne.
Lebensraum und Verbreitung
Er ist in den Hochländern Äthiopiens endemisch, wo er in großen Höhen lebt, zwischen 1.800 und 4.400 Metern, in einer Umgebung von Hochlandgrasländern, oft nahe steilen Felswänden. An diesen Wänden verbringt er die Nacht geschützt vor Fressfeinden, während er sich tagsüber in die Grasländer bewegt, um zu fressen.
Ein grasfressender Primat
Der Dschelada hat eine unter Primaten einzigartige Ernährung: Er ernährt sich fast ausschließlich von Gras, das bis zu 90 % seiner Kost ausmachen kann. Er verbringt einen Großteil des Tages sitzend auf den Wiesen und rupft Grashalme, Wurzeln und Samen mit geschickten Fingerbewegungen. Diese Spezialisierung macht ihn anders als jeden anderen Affen. Er lebt in einer sehr komplexen, gegliederten Gesellschaft: kleine Familieneinheiten schließen sich zu Gruppen zusammen, die Hunderte von Individuen zählen können, und bilden einige der größten sozialen Ansammlungen unter Primaten.
Schutz
Der Dschelada wird als nicht gefährdete Art eingestuft, mit noch beträchtlichen Beständen in den äthiopischen Hochländern. Die Umwandlung von Grasland in Ackerland und die Konkurrenz mit Vieh stellen jedoch zunehmenden Druck auf seinen Lebensraum dar.
Vorteile
- Der einzige Primat, der sich fast nur von Gras ernährt
- Auffälliger roter Fleck auf der Brust
- Eine der komplexesten Primatengesellschaften
- Noch beträchtliche Bestände
Nachteile
- Nur in den äthiopischen Hochländern endemisch
- Lebensraum mit Landwirtschaft umkämpft
- Konkurriert mit Vieh um die Weide



