Foto: Bernard Landgraf · CC BY-SA 3.0
Fischotter
Lutra lutra
Ein eleganter, verspielter Räuber der europäischen Flüsse: Der Fischotter schwimmt wieder in Gewässern, aus denen er fast verschwunden war — ein lebendiges Sinnbild gesunder Wasserläufe.
Eigenschaften
Charakter
Einzelgängerisch, territorial und scheu, aktiv in der Dämmerung und nachts. Neugierig und verspielt mit Artgenossen, meidet er den Menschen sorgfältig.
Ernährung
Vorwiegend Fisch, ergänzt durch Amphibien, Krebstiere, kleine Säugetiere und Wasservögel je nach Jahreszeit.
Ein Marder für das Wasser
Der Fischotter ist der am stärksten ans Wasser gebundene Marder Europas, jener Familie, zu der auch Dachs und Marder gehören. Jedes Detail seines Körpers erzählt von einem Leben im Wasser: die schlanke, stromlinienförmige Gestalt, die Schwimmhäute an den Pfoten, der muskulöse, abgeflachte Schwanz, der als Ruder dient. Das Fell ist doppelt, mit einer so dichten Unterschicht, dass sie einen Luftfilm hält, der die Haut isoliert und selbst nach Stunden unter Wasser trocken lässt.
Unter Wasser schließt er Nase und Ohren, während lange Tasthaare ihm erlauben, die Bewegungen der Beute selbst in Dunkelheit oder trübem Wasser wahrzunehmen.
Wo er lebt
Der Fischotter hat das größte Verbreitungsgebiet aller Otter: von den Flüssen Westeuropas bis nach Ostasien und Nordafrika. Sein idealer Lebensraum sind saubere, gut bewachsene Gewässer, doch er nutzt auch Seen, Sümpfe und Meeresküsten. Naturforscher betrachten die Anwesenheit des Otters als Anzeiger für die Qualität eines Gewässers: Wo der Otter zurückkehrt, ist das Wasser gesund.
Eine Kost aus dem Wasser
Fisch bildet die Grundlage der Nahrung, ergänzt je nach Jahreszeit durch Amphibien, Krebstiere, kleine Säugetiere und Wasservögel. Der Otter jagt allein, in kurzen Tauchgängen, unterbrochen vom Auftauchen zum Luftholen, und frisst kleinere Beute oft auf dem Rücken treibend. Sein schneller Stoffwechsel zwingt ihn, täglich eine beträchtliche Menge zu fressen.
Verhalten
Territorial und überwiegend einzelgängerisch, markiert der Otter die Grenzen seines Raums mit Duftmarken entlang der Ufer. Aktiv ist er vor allem in der Dämmerung und nachts. Sein Ruf als verspieltes Tier ist keine Legende: Vor allem die Jungtiere widmen sich dem Rutschen und Purzeln, das über das Spiel hinaus ihre Schwimmfähigkeiten schult.
Schutz
Der Fischotter gilt als potenziell gefährdet, eine Einstufung, die eine schwierige Vergangenheit widerspiegelt. Im 20. Jahrhundert brachen die europäischen Bestände durch Gewässerverschmutzung, Jagd und die Zerstörung der Uferlebensräume ein. In Italien war die Art fast verschwunden. Die verbesserte Wasserqualität und Schutzmaßnahmen haben in mehreren Regionen eine langsame Rückkehr ermöglicht, doch die Erholung bleibt fragil und an die Gesundheit der Gewässer gebunden.



