Foto: Emőke Dénes · CC BY-SA 4.0
Kubanischer Schlitzrüssler
Atopogale cubana
Ein seltener nachtaktiver Insektenfresser, endemisch auf Kuba: Der Kubanische Schlitzrüssler ist eines der ganz wenigen giftigen Säugetiere und spritzt giftigen Speichel durch gefurchte Zähne.
Eigenschaften
Charakter
Nachtaktiv, einzelgängerisch, scheu, grabend
Ernährung
Insektenfresser: Wirbellose und kleine Wirbeltiere
Ein giftiges lebendes Fossil
Der Kubanische Schlitzrüssler, auch Almiquí genannt, ist ein kleines insektenfressendes Säugetier, das wie eine große, urtümliche Spitzmaus aussieht, mit langer beweglicher Schnauze, winzigen Augen und einem nackten, schuppigen Schwanz. Er gehört zur Familie der Schlitzrüssler, einer sehr alten Linie, die archaische Merkmale bewahrt. Seine bemerkenswerteste Besonderheit: Er ist giftig — sehr wenige Säugetiere sind es. Sein giftiger Speichel fließt entlang von Furchen in den unteren Zähnen — daher der Name Solenodon, „gefurchter Zahn" — und wird der Beute mit dem Biss injiziert.
Lebensraum und Verbreitung
Er ist in den Bergwäldern Kubas endemisch, wo er äußerst selten und scheu ist. Er lebt versteckt in im Boden und zwischen Felsen gegrabenen Bauen und kommt nur nachts heraus. Er ist so scheu, dass er lange als ausgestorben galt, ehe er wieder auftauchte.
Verhalten und Ernährung
Er ist nachtaktiv und einzelgängerisch. Er ernährt sich von Insekten und anderen Wirbellosen, aber auch von kleinen Wirbeltieren, die er durch Wühlen im Boden und in der Laubstreu mit seiner empfindlichen Schnauze und den kräftigen Krallen aufspürt. Das Gift hilft ihm wohl, Beute zu überwältigen. Er bewegt sich in einem unbeholfenen, charakteristischen Zickzack-Gang.
Wissenswertes
Zusammen mit dem Haiti-Schlitzrüssler ist er einer der beiden letzten lebenden Schlitzrüssler, Überlebende einer zig Millionen Jahre alten Linie. Sie zählen zu den ganz wenigen Säugetieren der Welt, die Gift mit einem Biss injizieren können.
Schutz
Die IUCN führt die Art als stark gefährdet (Endangered). Hauptbedrohungen sind die Zerstörung der Wälder und vom Menschen eingeführte Fressfeinde wie Hunde, Katzen und Mangusten, gegen die dieses langsame, wehrlose Tier kaum eine Chance hat.
Vorteile
- Eines der ganz wenigen giftigen Säugetiere
- „Lebendes Fossil" einer sehr alten Linie
- Endemisch und außerordentlich selten
Nachteile
- Stark gefährdete Art
- Bedroht durch eingeführte Fressfeinde und Entwaldung
- Langsam und verletzlich, kein Haustier



