Foto: Quinten Questel · CC BY-SA 3.0
Zwergameisenbär
Cyclopes didactylus
Klein wie ein Eichhörnchen und von einem weichen goldenen Fell bedeckt, ist der Zwergameisenbär der winzigste der Ameisenbären, ein nächtlicher Bewohner des tropischen Kronendachs.
Eigenschaften
Charakter
Nachtaktiv, einzelgängerisch, streng baumbewohnend
Ernährung
Insektenfresser: vor allem Ameisen
Der kleinste der Ameisenbären
Der Zwergameisenbär, auch Seidenameisenbär genannt, ist der kleinste aller Ameisenbären, von einer Größe vergleichbar mit der eines Eichhörnchens. Sein faszinierendstes Merkmal ist sein Fell: dicht, überaus weich und seidig, von goldener oder gelblich-brauner Farbe, oft durchzogen von einem dunkleren Band entlang des Rückens. Er hat eine verlängerte Schnauze, kleine Augen und einen langen Greifschwanz, den er wie eine fünfte Gliedmaße nutzt, um sich an den Ästen festzuhalten. Seine Hinterfüße sind stark zum Klettern umgebildet, und er besitzt kräftige Krallen an den Vorderbeinen.
Lebensraum und Verbreitung
Er lebt in den tropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas, vom südlichen Mexiko bis ins Herz Südamerikas. Es ist ein streng baumbewohnendes Tier: Er verbringt sein ganzes Leben in den Baumkronen und kommt fast nie auf den Boden. Tagsüber ruht er zusammengerollt, verborgen im Laub oder in den Lianen, wo ihn sein goldenes Fell hervorragend tarnt.
Verhalten und Ernährung
Es ist ein nachtaktives, einzelgängerisches Tier, das sich langsam und vorsichtig zwischen den Ästen bewegt. Er ernährt sich fast ausschließlich von Ameisen, die er mit seiner langen klebrigen Zunge fängt, nachdem er die Nester mit den Krallen geöffnet hat, und ergänzt seine Kost mit anderen kleinen Insekten. Bedroht kann er eine Verteidigungshaltung einnehmen, sich auf die Hinterbeine aufrichten und die Vorderkrallen bereithalten.
Wissenswertes und Schutz
Eine kuriose Theorie verbindet sein goldenes Fell mit den Früchten des Kapokbaums (oder Wollbaums): Wenn diese aufplatzen, geben sie eine helle, weiche Faser frei, und der Zwergameisenbär, zusammengerollt zwischen den Ästen, könnte mit ihr verschmelzen und so Fressfeinden entgehen. Er wird als nicht gefährdete Art eingestuft, doch da er an die tropischen Wälder gebunden ist, stellt die Abholzung eine lokale Bedrohung dar.
Vorteile
- Der kleinste der Ameisenbären
- Weiches, tarnendes goldenes Fell
- Greifschwanz als fünfte Gliedmaße genutzt
- Wertvoller Regulator von Ameisen
Nachteile
- An die tropischen Wälder gebunden
- Schwer zu beobachten, sehr scheu
- Lokal durch Abholzung bedroht



