Foto: Giles Laurent · CC BY-SA 4.0
Gabelracke
Coracias caudatus
Die Gabelracke ist einer der farbenprächtigsten Vögel Afrikas, berühmt für ihre lila Brust und den akrobatischen Balzflug.
Eigenschaften
Charakter
Territorial, wachsam und außerordentlich kampflustig bei der Nestverteidigung
Ernährung
Insekten- und fleischfressend: Heuschrecken, Käfer, kleine Reptilien, Amphibien und Kleinvögel
Ein Regenbogen auf Flügeln
Die Gabelracke ist vielleicht der meistfotografierte Vogel afrikanischer Safaris, denn ihr Gefieder wirkt wie von Hand gemalt: Kehle und Brust in zartem Lila, Bauch und Flügel türkisblau, Rücken olivbraun, dazu lange äußere Steuerfedern, die wie schmale Bänder nachziehen. Beide Geschlechter tragen die gleichen Farben, während Jungvögeln die verlängerten Schwanzspieße noch fehlen. Es ist ein kräftiger, mittelgroßer Vogel mit starkem, hakigem Schnabel.
Lebensraum und Verbreitung
Sie lebt in baumbestandenen Savannen und offenem Buschland im östlichen und südlichen Afrika, von Kenia bis Südafrika, mit gelegentlichen Ausflügen bis zur südlichen Arabischen Halbinsel. Baumlose Gegenden meidet sie, denn sie braucht hohe Warten — die Spitze eines Baumes, einen Pfahl, einen Termitenhügel — von denen aus sie ihr Revier überblickt.
Verhalten
Sie ist eine Ansitzjägerin: reglos auf einem hohen Ast sitzend, mustert sie den Boden und stößt blitzschnell auf Insekten, kleine Reptilien, Amphibien und sogar kleine Vögel herab. Sie brütet in natürlichen Baumhöhlen, wo beide Eltern 2–4 Eier bebrüten und das Nest mit bemerkenswerter Wildheit verteidigen, selbst gegen weit größere Greifvögel. Der Name "Racke" bzw. das englische "roller" verweist auf den spektakulären Balzflug des Männchens, das hoch aufsteigt und dann in rollenden Sturzflügen herabschießt, während es raue Rufe ausstößt.
Wissenswertes
Sie gilt inoffiziell als Nationalvogel Kenias und zählt auch zu den Wahrzeichen Botswanas. Trotz ihrer grellen Farben wirkt im Flug das aufblitzende Türkis der Flügel fast wie ein Stroboskop, das Fressfeinde verwirrt.
Schutz
Die Art wird von der IUCN als nicht gefährdet eingestuft und ist weiterhin weit verbreitet. Sie profitiert von Schutzgebieten und ihrer Anpassungsfähigkeit, leidet aber örtlich unter dem Verlust der alten Bäume, die sie zum Brüten braucht.
Vorteile
- Eines der spektakulärsten Federkleider der Vogelwelt
- Natürliche Regulierung von Heuschrecken und Schadinsekten
- Leicht zu beobachten, oft paarweise auf freien Warten
Nachteile
- Auf alte Bäume mit Höhlen zum Brüten angewiesen
- Sehr aggressiv gegenüber anderen Vögeln in der Brutzeit



