Grottenolm

Foto: Boštjan Burger · Public domain

Amphibien

Grottenolm

Proteus anguinus

Bleich, blind und vollständig aquatisch, ist der Grottenolm ein geheimnisvoller Lurch der Karsthöhlen, einst für den Nachwuchs eines Drachen gehalten.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NameProteus anguinus
Lebensdauermolto longevo, anche oltre 70 anni
GrößeMittelgroß: etwa 20-30 cm Länge
Energie1/5

Charakter

Höhlenbewohnend, langsam, schwer fassbar

Ernährung

Fleischfresser: kleine Wasserwirbellose

Ein Lurch der Finsternis

Der Grottenolm ist ein Lurch von ungewöhnlichem und faszinierendem Aussehen, perfekt an das Leben in der Dunkelheit der Höhlen angepasst. Er hat einen langen, schlangenartigen Körper von weißlicher oder rosiger Farbe, mit einer Haut, die so bleich ist, dass die inneren Organe durchschimmern, sodass er in einigen Sprachen 'Menschenfisch' genannt wird. Seine Beine sind klein und dünn, seine Augen sind reduziert und unter der Haut verborgen, praktisch blind, während er an den Seiten des Kopfes Büschel leuchtend roter äußerer Kiemen trägt, mit denen er unter Wasser atmet. Er ist das einzige europäische Wirbeltier, das ausschließlich in Höhlen lebt.

Lebensraum und Verbreitung

Er lebt in den unterirdischen Gewässern, die durch das Karstgestein der Dinarischen Alpen fließen, besonders im südlichen Slowenien, im Gebiet von Triest in Italien, in Westkroatien und in Bosnien-Herzegowina. Es ist ein vollständig aquatisches Tier: Er frisst, schläft und pflanzt sich unter Wasser fort, in den kalten und dunklen unterirdischen Strömungen, ohne je ans Licht zu kommen.

Außergewöhnliche Anpassungen

Das Leben in völliger Dunkelheit hat den Grottenolm auf überraschende Weise geformt. Da der Nutzen des Sehens verloren ging, verlässt er sich auf andere hoch entwickelte Sinne: Er nimmt Vibrationen, Gerüche und sogar elektrische und magnetische Felder wahr, um sich zu orientieren und Beute zu finden. Sein Stoffwechsel ist extrem langsam: Er kann jahrelang ohne Nahrung überleben und lebt sehr lange, kann über siebzig Jahre alt werden. Er behält sein Leben lang seine Larvenmerkmale, einschließlich der äußeren Kiemen, ein Phänomen, das Neotenie genannt wird.

Schutz

Der Grottenolm wird als gefährdete Art eingestuft. Er ist extrem empfindlich gegenüber Wasserverschmutzung: Da er ganz von der Reinheit der unterirdischen Gewässer abhängt, stellt die Verunreinigung durch den Menschen seine Hauptbedrohung dar. Der Schutz der Karstumgebungen und ihrer Gewässer ist für sein Überleben entscheidend.

Vorteile

  • Außergewöhnliche Anpassungen an das Leben in der Dunkelheit
  • Extrem langlebig
  • Kann jahrelang ohne Nahrung überleben
  • Einziges ausschließlich höhlenbewohnendes europäisches Wirbeltier

Nachteile

  • Gefährdete Art
  • Extrem empfindlich gegenüber Wasserverschmutzung
  • Kleines, fragmentiertes Verbreitungsgebiet

Häufige Fragen

Warum ist der Grottenolm blind?
Da er in völliger Dunkelheit der Höhlen lebt, wurde das Sehen nutzlos: Seine Augen sind reduziert und unter der Haut verborgen, praktisch blind. Stattdessen verlässt er sich auf hoch entwickelte Sinne und nimmt Vibrationen, Gerüche und sogar elektrische und magnetische Felder wahr.
Stimmt es, dass er für ein Drachenjunges gehalten wurde?
Ja, früher wurden die Grottenolme nach starken Regenfällen aus den unterirdischen Gewässern gespült. Die Einheimischen, die diese seltsamen bleichen Geschöpfe sahen, glaubten, es seien die Jungen eines in den Höhlen lebenden Drachen.
Wie lange lebt der Grottenolm?
Es ist ein außergewöhnlich langlebiges Tier: Dank seines extrem langsamen Stoffwechsels kann er sehr lange leben und in einigen Fällen über siebzig Jahre alt werden. Er kann zudem jahrelang ohne Nahrung überleben.
Warum ist er bedroht?
Er wird als gefährdete Art eingestuft und ist extrem empfindlich gegenüber Wasserverschmutzung. Da er ganz von der Reinheit der unterirdischen Gewässer abhängt, in denen er lebt, ist die Verunreinigung durch den Menschen seine Hauptbedrohung.

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