Foto: Boštjan Burger · Public domain
Grottenolm
Proteus anguinus
Bleich, blind und vollständig aquatisch, ist der Grottenolm ein geheimnisvoller Lurch der Karsthöhlen, einst für den Nachwuchs eines Drachen gehalten.
Eigenschaften
Charakter
Höhlenbewohnend, langsam, schwer fassbar
Ernährung
Fleischfresser: kleine Wasserwirbellose
Ein Lurch der Finsternis
Der Grottenolm ist ein Lurch von ungewöhnlichem und faszinierendem Aussehen, perfekt an das Leben in der Dunkelheit der Höhlen angepasst. Er hat einen langen, schlangenartigen Körper von weißlicher oder rosiger Farbe, mit einer Haut, die so bleich ist, dass die inneren Organe durchschimmern, sodass er in einigen Sprachen 'Menschenfisch' genannt wird. Seine Beine sind klein und dünn, seine Augen sind reduziert und unter der Haut verborgen, praktisch blind, während er an den Seiten des Kopfes Büschel leuchtend roter äußerer Kiemen trägt, mit denen er unter Wasser atmet. Er ist das einzige europäische Wirbeltier, das ausschließlich in Höhlen lebt.
Lebensraum und Verbreitung
Er lebt in den unterirdischen Gewässern, die durch das Karstgestein der Dinarischen Alpen fließen, besonders im südlichen Slowenien, im Gebiet von Triest in Italien, in Westkroatien und in Bosnien-Herzegowina. Es ist ein vollständig aquatisches Tier: Er frisst, schläft und pflanzt sich unter Wasser fort, in den kalten und dunklen unterirdischen Strömungen, ohne je ans Licht zu kommen.
Außergewöhnliche Anpassungen
Das Leben in völliger Dunkelheit hat den Grottenolm auf überraschende Weise geformt. Da der Nutzen des Sehens verloren ging, verlässt er sich auf andere hoch entwickelte Sinne: Er nimmt Vibrationen, Gerüche und sogar elektrische und magnetische Felder wahr, um sich zu orientieren und Beute zu finden. Sein Stoffwechsel ist extrem langsam: Er kann jahrelang ohne Nahrung überleben und lebt sehr lange, kann über siebzig Jahre alt werden. Er behält sein Leben lang seine Larvenmerkmale, einschließlich der äußeren Kiemen, ein Phänomen, das Neotenie genannt wird.
Schutz
Der Grottenolm wird als gefährdete Art eingestuft. Er ist extrem empfindlich gegenüber Wasserverschmutzung: Da er ganz von der Reinheit der unterirdischen Gewässer abhängt, stellt die Verunreinigung durch den Menschen seine Hauptbedrohung dar. Der Schutz der Karstumgebungen und ihrer Gewässer ist für sein Überleben entscheidend.
Vorteile
- Außergewöhnliche Anpassungen an das Leben in der Dunkelheit
- Extrem langlebig
- Kann jahrelang ohne Nahrung überleben
- Einziges ausschließlich höhlenbewohnendes europäisches Wirbeltier
Nachteile
- Gefährdete Art
- Extrem empfindlich gegenüber Wasserverschmutzung
- Kleines, fragmentiertes Verbreitungsgebiet



