Foto: Mike Baird · CC BY 2.0
Kaiserskorpion
Pandinus imperator
Groß, schwarz und glänzend, wirkt der Kaiserskorpion furchterregend, gehört aber zu den friedlichsten: Seine Scheren machen mehr Angst als sein Stachel, dessen Gift überraschend schwach ist.
Eigenschaften
Charakter
Nachtaktiv, ruhig und trotz seines Aussehens überraschend friedlich. Er verlässt sich mehr auf seine großen Scheren als auf das Gift; er zeigt ungewöhnliche Brutpflege für die Jungen.
Ernährung
Fleischfresser: Insekten, Spinnen und andere kleine Wirbellose, vor allem mit den großen Scheren gefangen; die größten Tiere auch kleine Wirbeltiere.
Ein Riese unter den Skorpionen
Der Kaiserskorpion ist einer der größten Skorpione der Welt und kann zwanzig Zentimeter Länge überschreiten. Sein Körper ist von intensivem, glänzendem Schwarz, das unter ultraviolettem Licht in einem charakteristischen grünblauen Schimmer leuchtet, wie bei allen Skorpionen. Er besitzt zwei große, kräftige Scheren, einen gebogenen, mit dem Stachel endenden Schwanz und am Hinterleib winzige kammförmige Sinnesorgane, mit denen er den Boden beim Gehen „abschmeckt".
Mehr Schein als Sein
Trotz seines bedrohlichen Aussehens und seiner imposanten Größe ist der Kaiserskorpion überraschend friedlich, und sein Gift ist schwach, für den Menschen kaum lästiger als ein Bienenstich. Seine wahre Waffe sind die großen Scheren, mit denen er Beute packt und zerdrückt: Ein so großer Skorpion verlässt sich mehr auf die rohe Kraft der Scheren als auf das Gift. Gerade diese Kombination aus spektakulärem Aussehen und ruhigem Wesen macht ihn zu einem der verbreitetsten Skorpione in der Terrarienhaltung.
Leben im Wald
Der Kaiserskorpion lebt in den feuchten tropischen Wäldern Westafrikas. Er ist ein nachtaktives Tier, das sich tagsüber in Erdbaue, unter Stämme oder zwischen Wurzeln zurückzieht und nachts zur Jagd auszieht. Er ernährt sich von Insekten, Spinnen und anderen kleinen Wirbellosen, und die größten Tiere können auch kleine Wirbeltiere fangen.
Überraschende Brutpflege
Anders als viele Wirbellose zeigt der Kaiserskorpion Brutpflege. Das Weibchen legt keine Eier, sondern bringt lebende Junge zur Welt, die sofort auf seinen Rücken klettern. Dort bleiben sie wochenlang geschützt, bis sie stark genug sind, um allein zurechtzukommen. Es ist ein für ein Spinnentier ungewöhnliches und faszinierendes mütterliches Verhalten.
Schutz
Der Kaiserskorpion ist Gegenstand eines intensiven Handels für den Terrarienmarkt, was Sorge um die wilden Bestände geweckt hat. Deshalb sind sein Fang und Handel international reguliert. In Gefangenschaft gezüchtete Tiere zu wählen, wenn man ihn hält, hilft, den Druck auf die natürlichen Bestände zu verringern.



