Foto: Joseph Smit (1836–1929) · Public domain
Riesenohr-Springmaus
Euchoreutes naso
Die Riesenohr-Springmaus ist ein winziges nachtaktives Nagetier der zentralasiatischen Wüsten, unverkennbar an ihren riesigen Ohren und weiten Sprüngen.
Eigenschaften
Charakter
Nachtaktiv, einzelgängerisch und scheu; extrem sprunggewandt.
Ernährung
Insektenfresser: jagt Insekten in den Wüstennächten.
Das Nagetier mit den Riesenohren
Die Riesenohr-Springmaus (Euchoreutes naso) ist ein kleines nachtaktives Nagetier aus der Familie der Springmäuse (Dipodidae), so eigen, dass sie die einzige Art ihrer Gattung und ihrer Unterfamilie Euchoreutinae ist. Ihr auffälligstes Merkmal sind die Ohren — im Verhältnis zur Körpergröße gehören sie zu den größten aller Säugetiere und überragen den Kopf bei Weitem. Sie hat einen winzigen Körper, eine lange spitze Schnauze, verlängerte Hinterbeine zum Springen und einen langen Schwanz mit einer Endquaste, die beim Springen als Balancierstange dient.
Lebensraum und Verbreitung
Sie lebt in den Wüsten und Trockensteppen Zentralasiens, vor allem in der Gobi und der Taklamakan, zwischen China und der Mongolei. Sie bevorzugt sandige Lebensräume mit spärlicher Vegetation, wo der lockere Boden ihr erlaubt, Baue zu graben und sich tagsüber darin zu verbergen.
Verhalten und Nahrung
Sie ist streng nachtaktiv und kommt nach Einbruch der Dunkelheit hervor, um Insekten zu jagen, wobei sie sich in langen Sprüngen fortbewegt wie ein Miniaturkänguru. Ihre verhältnismäßig riesigen Ohren verleihen ihr ein feines Gehör, nützlich sowohl zum Aufspüren von Beute als auch zum Wahrnehmen nahender Fressfeinde in der Stille der Wüste. Die heißesten Stunden verbringt sie geschützt in unterirdischen Bauen.
Wussten Sie schon?
Lange war sie kaum bekannt: Erst in den letzten Jahrzehnten wurde sie in freier Wildbahn gefilmt, was zuvor nie dokumentierte Verhaltensweisen enthüllte. Ihre Seltenheit und ihr bezauberndes Aussehen haben sie zu einer kleinen Berühmtheit des Naturschutzes gemacht.
Schutz
Die IUCN führt sie als nicht gefährdet (Least Concern), doch die Informationen über die Art bleiben spärlich. Die Störung der Wüstenlebensräume und menschliche Aktivitäten in ihrem Verbreitungsgebiet gelten als mögliche, zu beobachtende Gefahren.
Vorteile
- Ohren im Verhältnis zum Körper unter den größten
- Außergewöhnlich sprunggewandt
- Einzige Art ihrer Gattung und Unterfamilie
Nachteile
- Kaum bekannt und schwer zu beobachten
- An fragile Wüstenlebensräume gebunden
- Bestandsdaten noch spärlich



