Seeotter
Enhydra lutris
Auf dem Rücken zwischen den Kelpwäldern des Pazifiks treibend, knackt der Seeotter Seeigel mit einem Stein: eines der wenigen Tiere, die Werkzeuge nutzen können.
Eigenschaften
Charakter
Sozial und überwiegend wassergebunden, treibt auf dem Rücken, um zu fressen und zu ruhen. Bekannt für Werkzeuggebrauch und die ständige Pflege seines isolierenden Fells.
Ernährung
Fleischfresser: Seeigel, Weichtiere, Krebse und andere Wirbellose, oft mit einem Stein geöffnet.
Ein ganz und gar mariner Marder
Der Seeotter ist der am stärksten ans Wasser gebundene Marder und eines der am besten an das Leben im Meer angepassten Säugetiere. Anders als der Fischotter verbringt er fast sein ganzes Leben im Wasser, an den kalten Küsten des nördlichen Pazifiks. Er verbringt einen großen Teil seiner Zeit auf dem Rücken treibend, eine Haltung, in der er frisst, schläft und seine Jungen versorgt. Um beim Ruhen nicht mit der Strömung abzutreiben, wickelt er sich oft in den Kelp der großen Wälder.
Das dichteste Fell der Welt
Der Seeotter hat keine isolierende Fettschicht wie Robben oder Wale. Zum Schutz vor der Kälte verlässt er sich ganz auf sein Fell, das dichteste des gesamten Tierreichs: Millionen Haare pro Quadratzentimeter schließen eine Luftschicht ein, die ihn vom eisigen Wasser isoliert. Deshalb ist die Fellpflege lebenswichtig, und der Otter wendet sehr viel Zeit auf, sein Fell zu reinigen und wasserdicht zu halten.
Ein seltenes werkzeugnutzendes Tier
Der Seeotter ist für eine außergewöhnliche Fähigkeit berühmt: den Werkzeuggebrauch. Um Seeigel, Weichtiere und hartschalige Krebse zu öffnen, legt er sich einen Stein auf die Brust, während er treibt, und schlägt die Beute darauf, bis sie zerbricht. Manche Otter bewahren ihren Lieblingsstein in einer Hauttasche unter der Achsel auf. Er ist eines der ganz wenigen nicht zu den Primaten zählenden Säugetiere, die in freier Wildbahn Werkzeuge nutzen.
Hüter der Kelpwälder
Der Seeotter spielt eine entscheidende ökologische Rolle. Indem er sich von Seeigeln ernährt, reguliert er deren Bestände: Ohne die Otter würden die Seeigel die Kelpwälder abfressen und ein ganzes Ökosystem zerstören, das unzählige Arten beherbergt. Er ist ein Musterbeispiel einer „Schlüsselart", deren Wohlergehen das vieler anderer trägt.
Schutz
Der Seeotter ist als gefährdete Art eingestuft. Früher wurde er wegen seines wertvollen Fells fast bis zur Ausrottung gejagt. Heute bleibt er, obwohl geschützt, bedroht durch Ölunfälle — die sein isolierendes Fell ruinieren und das Tier der Kälte aussetzen —, durch Verschmutzung und den Rückgang seiner Beute. Sein Schutz ist an die Gesundheit der pazifischen Küstenökosysteme gebunden.



