Säugetiere

Sunda-Plumplori

Nycticebus coucang

Ein kleiner nachtaktiver Primat Südostasiens: Der Sunda-Plumplori ist der einzige giftige Primat der Welt und bewegt sich lautlos durch das Kronendach.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NameNycticebus coucang
Gewicht600–685 g
Lebensdauerfino a 20 anni
GrößeKlein, 27–38 cm
Energie2/5

Charakter

Nachtaktiv, einzelgängerisch, langsam und scheu

Ernährung

Allesfresser: Insekten, Gummi, Nektar, kleine Wirbeltiere

Der einzige giftige Primat

Der Sunda-Plumplori ist ein kleiner Feuchtnasenprimat mit riesigen, an das Nachtleben angepassten Augen. Er misst 27 bis 38 cm und wiegt etwas mehr als ein halbes Kilogramm. Das Gesicht ist flach, die Ohren winzig und fast im dichten Fell verborgen, der Schwanz auf einen Stummel reduziert. Ein Merkmal hebt ihn von allen anderen Primaten ab: Er ist giftig. Eine Drüse am Ellbogen sondert eine Substanz ab, die mit dem Speichel vermischt den Biss giftig macht; das Tier kann sie auch ins Fell verteilen, um sich und seine Jungen zu schützen.

Lebensraum und Verbreitung

Er lebt in den tropischen Wäldern Indonesiens (Sumatra), der Malaiischen Halbinsel, im Süden Thailands und in Singapur sowie auf mehreren kleineren Sunda-Inseln. Er bewohnt das Kronendach, in dem er sich äußerst langsam und vorsichtig fortbewegt und sich mit kräftigem Griff an Ästen festhält – ermöglicht durch robuste Hände und Füße und ein Geflecht von Blutgefäßen, das ihn lange regungslos verharren lässt, ohne zu ermüden.

Verhalten und Ernährung

Er ist nachtaktiv und weitgehend einzelgängerisch, von der Dämmerung bis zum Morgengrauen unterwegs. Er frisst Insekten, kleine Wirbeltiere, Eier, Nektar, Gummi und Baumsaft, den er durch Anritzen der Rinde gewinnt. Seine langsamen, lautlosen Bewegungen machen ihn für Fressfeinde fast unsichtbar: Bei Gefahr erstarrt er oder hebt die Arme über den Kopf, um die Giftdrüse zu erreichen, bereit zuzubeißen.

Wissenswertes

Seine großen, reflektierenden Augen haben ihm in vielen Kulturen den Ruf eines magischen Tieres eingebracht. Gerade dieses sanfte, wehrlose Aussehen machte ihn zum Opfer des illegalen Handels mit exotischen Tieren: gefangen und als „Kuscheltier" verkauft, werden ihm oft die Zähne gekürzt – mit schweren Folgen für seine Gesundheit.

Schutz

Die IUCN führt die Art als stark gefährdet (Endangered). Die Hauptbedrohungen sind die Zerstörung des Waldes und die Wilderei für den Heimtierhandel und die traditionelle Medizin. Auffang- und Aufklärungsprogramme setzen sich dafür ein, Tiere zu beschlagnahmen und in die Wildnis zurückzuführen.

Vorteile

  • Bemerkenswerte Anpassungen an das nächtliche Baumleben
  • Einziger Primat mit giftigem Biss
  • Langlebig, kann über zwanzig Jahre alt werden

Nachteile

  • Geschützte Art: Haltung als Heimtier ist illegal
  • Giftiger Biss, potenziell gefährlich für den Menschen
  • Durch Wilderei und Lebensraumverlust stark gefährdet

Häufige Fragen

Ist der Plumplori wirklich giftig?
Ja. Er ist der einzige bekannte giftige Primat: Eine Drüse am Ellbogen sondert ein Gift ab, das zusammen mit dem Speichel den Biss gefährlich macht. Er verteilt es auch im Fell zur Verteidigung.
Darf man ihn als Haustier halten?
Nein. Er ist eine gefährdete, geschützte Art, und der Handel ist illegal. Verkaufte Tiere stammen aus der Wilderei und werden oft ihrer Zähne beraubt.
Warum bewegt er sich so langsam?
Langsamkeit ist eine Verteidigungsstrategie: Durch unmerkliche Bewegungen bleibt er von Fressfeinden unentdeckt. Ein besonderer Blutkreislauf erlaubt langes Verharren.
Was frisst er?
Er ist ein Allesfresser: Insekten, kleine Wirbeltiere, Eier, Nektar und vor allem Gummi und Saft, den er aus der Baumrinde gewinnt.

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