Insekten

Europäische Wanderheuschrecke

Locusta migratoria

Die Europäische Wanderheuschrecke ist eine große Heuschrecke, die von solitär zu gregär wechseln kann und die seit der Antike gefürchteten Schwärme bildet.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NameLocusta migratoria
GrößeLänge 4–6 cm
Energie4/5

Charakter

Solitär oder gregär je nach Dichte

Ernährung

Pflanzenfresser: Gras, Blätter und Kulturen

Beschreibung

Die Europäische Wanderheuschrecke ist ein großes Insekt aus der Familie der Feldheuschrecken, die einzige Art der Gattung Locusta. Sie hat einen kräftigen Körper, meist 4-6 Zentimeter lang, mit starken, zum Springen geeigneten Hinterbeinen und breiten Flügeln, die lange Flüge erlauben. Ihre Färbung reicht je nach Umgebung und vor allem nach ihrer Phase von Grün bis Braun.

Die zwei Phasen

Das außergewöhnlichste Merkmal dieser Art ist die Fähigkeit, Form und Verhalten je nach Populationsdichte zu ändern. In der solitären Phase lebt sie einzeln, hat Tarnfarben und ist harmlos. Werden die Tiere jedoch sehr zahlreich, durchlaufen sie eine Umwandlung (gregäre Phase): Sie wechseln die Farbe, schließen sich zusammen und bilden riesige Schwärme, die sich in Massen bewegen.

Lebensraum und Verbreitung

Sie ist die verbreitetste Heuschrecke der Welt: Sie kommt in Afrika, Europa, Asien und Australien vor, in einer großen Vielfalt offener Lebensräume. In Südeuropa ist sie vorhanden, heute aber wirtschaftlich unbedeutend, während sie in vielen tropischen Regionen ein gefürchteter landwirtschaftlicher Schädling bleibt.

Landwirtschaftliche Rolle

Heuschreckenschwärme gehören zu den ältesten Plagen der Landwirtschaft und können ganze Ernten in wenigen Stunden vertilgen. Deshalb wird die Art in vielen Teilen der Welt überwacht und bekämpft. Die Heuschrecke wird auch als Nahrungs- und Futtermittel gezüchtet, da sie proteinreich ist.

Wissenswertes

Die Umwandlung von der solitären zur gregären Phase wird durch chemische, visuelle und taktile Signale ausgelöst, die mit dem Gedränge zusammenhängen. Dieses lange von Wissenschaftlern erforschte Phänomen ist eines der faszinierendsten Beispiele für Plastizität in der Tierwelt.

Vorteile

  • Außergewöhnliche Plastizität zwischen solitärer und gregärer Phase
  • Proteinreich, als Nahrung und Futter gezüchtet
  • Weit verbreitet und anpassungsfähig

Nachteile

  • Bildet in der gregären Phase verheerende Schwärme
  • Schwerer landwirtschaftlicher Schädling in vielen Regionen
  • Schwer zu bekämpfen bei Massenvermehrungen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen solitärer und gregärer Phase?
In der solitären Phase lebt die Heuschrecke einzeln, hat Tarnfarben und ist harmlos. Steigt die Dichte, ändert sie Farbe und Verhalten und wird gregär: Sie schließt sich zu Schwärmen zusammen, die sich in Massen bewegen.
Warum bildet sie so große Schwärme?
Das Gedränge löst eine chemische und verhaltensbedingte Umwandlung aus, die die Tiere zum Zusammenschluss treibt. Schwärme können Milliarden von Tieren umfassen und Hunderte Kilometer zurücklegen.
Ist sie für den Menschen gefährlich?
Nicht direkt: Sie beißt und sticht nicht. Die Gefahr gilt der Landwirtschaft, da Schwärme ganze Ernten in wenigen Stunden vernichten und schwere Hungersnöte auslösen können.
Kann man sie essen?
Ja, sie ist proteinreich und wird in verschiedenen Ländern als Nahrung für Menschen und als Tierfutter gezüchtet. In vielen Kulturen sind Heuschrecken ein traditionelles Nahrungsmittel.

Das könnte dich interessieren