Foto: Jonathan Hornung · CC BY-SA 2.0 de
Europäische Wanderheuschrecke
Locusta migratoria
Die Europäische Wanderheuschrecke ist eine große Heuschrecke, die von solitär zu gregär wechseln kann und die seit der Antike gefürchteten Schwärme bildet.
Eigenschaften
Charakter
Solitär oder gregär je nach Dichte
Ernährung
Pflanzenfresser: Gras, Blätter und Kulturen
Beschreibung
Die Europäische Wanderheuschrecke ist ein großes Insekt aus der Familie der Feldheuschrecken, die einzige Art der Gattung Locusta. Sie hat einen kräftigen Körper, meist 4-6 Zentimeter lang, mit starken, zum Springen geeigneten Hinterbeinen und breiten Flügeln, die lange Flüge erlauben. Ihre Färbung reicht je nach Umgebung und vor allem nach ihrer Phase von Grün bis Braun.
Die zwei Phasen
Das außergewöhnlichste Merkmal dieser Art ist die Fähigkeit, Form und Verhalten je nach Populationsdichte zu ändern. In der solitären Phase lebt sie einzeln, hat Tarnfarben und ist harmlos. Werden die Tiere jedoch sehr zahlreich, durchlaufen sie eine Umwandlung (gregäre Phase): Sie wechseln die Farbe, schließen sich zusammen und bilden riesige Schwärme, die sich in Massen bewegen.
Lebensraum und Verbreitung
Sie ist die verbreitetste Heuschrecke der Welt: Sie kommt in Afrika, Europa, Asien und Australien vor, in einer großen Vielfalt offener Lebensräume. In Südeuropa ist sie vorhanden, heute aber wirtschaftlich unbedeutend, während sie in vielen tropischen Regionen ein gefürchteter landwirtschaftlicher Schädling bleibt.
Landwirtschaftliche Rolle
Heuschreckenschwärme gehören zu den ältesten Plagen der Landwirtschaft und können ganze Ernten in wenigen Stunden vertilgen. Deshalb wird die Art in vielen Teilen der Welt überwacht und bekämpft. Die Heuschrecke wird auch als Nahrungs- und Futtermittel gezüchtet, da sie proteinreich ist.
Wissenswertes
Die Umwandlung von der solitären zur gregären Phase wird durch chemische, visuelle und taktile Signale ausgelöst, die mit dem Gedränge zusammenhängen. Dieses lange von Wissenschaftlern erforschte Phänomen ist eines der faszinierendsten Beispiele für Plastizität in der Tierwelt.
Vorteile
- Außergewöhnliche Plastizität zwischen solitärer und gregärer Phase
- Proteinreich, als Nahrung und Futter gezüchtet
- Weit verbreitet und anpassungsfähig
Nachteile
- Bildet in der gregären Phase verheerende Schwärme
- Schwerer landwirtschaftlicher Schädling in vielen Regionen
- Schwer zu bekämpfen bei Massenvermehrungen



