Foto: Fitzinger, Leopold Joseph · Public domain
Fahnennachtschwalbe
Caprimulgus longipennis
Die Fahnennachtschwalbe ist ein nachtaktiver afrikanischer Vogel: Zur Brutzeit trägt das Männchen zwei sehr lange Flügelfedern, die es wie Fahnen im Flug emporhält.
Eigenschaften
Charakter
Nachtaktiv und getarnt; Männchen mit spektakulären Balzflügen.
Ernährung
Insektenfresser: Insekten, im Flug in der Dämmerung gefangen.
Der Vogel mit den Flügelfahnen
Die Fahnennachtschwalbe (Caprimulgus longipennis) ist ein nachtaktiver Vogel aus der Familie der Nachtschwalben (Caprimulgidae), berühmt für einen außergewöhnlichen Geschlechtsdimorphismus. Ihr Gefieder ist getarnt, in Braun-, Grau- und Schwarztönen — perfekte Tarnung auf Boden und Laubstreu. Ihre Besonderheit zeigt sich zur Brutzeit: Das Männchen bildet zwei riesige innere Flügelfedern, länger als sein ganzer Körper, mit langem nacktem Schaft, der in einer auffälligen „Fahne" aus Federn endet. Sie wiegt in der Regel zwischen 55 und 70 Gramm. (Hinweis: Der bei Wikidata angegebene Massewert von 5,1 kg ist offensichtlich falsch — es ist ein Vogel von wenigen Dutzend Gramm.)
Lebensraum und Verbreitung
Sie lebt in den Savannen und offenen Wäldern Afrikas südlich der Sahara. Sie ist nachts aktiv, während sie tagsüber reglos am Boden ruht, dank des Tarngefieders fast unsichtbar.
Verhalten und Balz
Sie ernährt sich von Insekten, die sie im Flug mit ihrem sehr breiten Maul fängt, während sie durch die Dämmerung schießt. Bei der Balz führt das Männchen langsame, wogende Flüge auf und hält dabei seine langen Fahnenfedern empor, die wie Banner über ihm flattern, um Weibchen zu beeindrucken. Nach der Brutzeit werden diese Federn abgeworfen.
Wussten Sie schon?
Wie alle Nachtschwalben verdankt sie ihren kuriosen Namen (im Deutschen „Ziegenmelker") einem alten, unbegründeten Volksglauben, wonach diese Vögel nachts Ziegen die Milch aussaugen würden. Tatsächlich jagen sie nur die vom Vieh angelockten Insekten.
Schutz
Die IUCN führt sie als nicht gefährdet (Least Concern). Sie ist in den afrikanischen Savannen noch verbreitet, hängt aber wie viele Nachtvögel von der Gesundheit offener Lebensräume und dem Insektenreichtum ab.
Vorteile
- Einzigartige fahnenartige Flügelfedern (Männchen)
- Perfekte Tarnung am Boden
- Nicht gefährdet, noch verbreitet
Nachteile
- Auf offene Savannen und Insekten angewiesen
- Starker Dimorphismus: nur das Männchen hat die Fahnen
- Nachtaktiv und schwer zu beobachten



