Foto: Orbigny, Charles Dessalines d' · Public domain
Geigenkäfer
Mormolyce phyllodes
Ein bizarrer Käfer Südostasiens: Der Geigenkäfer hat einen flachen, seitlich verbreiterten Körper in Geigenform, ideal, um unter Rinde und in Pilze zu schlüpfen.
Eigenschaften
Charakter
Nachtaktiv, räuberisch, versteckt sich in Ritzen
Ernährung
Fleischfresser: kleine Insekten und Larven
Ein Insekt in Geigenform
Der Geigenkäfer ist eines der bizarrsten Insekten der Welt. Seinen Namen verdankt er seiner unverwechselbaren Silhouette: Der Körper, zwischen 6 und 10 Zentimeter lang, ist extrem abgeflacht, und die Flügeldecken (die harten Deckflügel über dem Rücken) verbreitern sich seitlich zu weiten Platten, sodass das Ganze den Umriss einer Geige oder eines welken Blattes erhält. Der Kopf ist klein und langgestreckt und nach vorn gerichtet. Er gehört zu den Laufkäfern, den räuberischen Käfern.
Lebensraum und Verbreitung
Er lebt in den Regenwäldern Südostasiens, besonders in Indonesien und Malaysia. Sein außergewöhnlich flacher Körper ist eine perfekte Anpassung an eine ganz bestimmte Umgebung: die engen Räume unter Baumrinde und zwischen den Lamellen großer Konsolenpilze, in die er auf der Suche nach Nahrung und Schutz schlüpft.
Verhalten und Abwehr
Er ist nachtaktiv und räuberisch und jagt kleine Insekten und Larven, die er aus Ritzen aufscheucht. Wie viele Laufkäfer kann er sich verteidigen, indem er aus Drüsen am Hinterleibsende reizende Chemikalien absondert, die Angreifer abschrecken. Seine flache Gestalt erlaubt es ihm nicht nur, sich zu verstecken, sondern auch Fressfeinden zu entkommen, indem er sich dorthin zwängt, wohin nur wenige gelangen.
Wissenswertes
Seine extravagante Form hat ihn bei Insektensammlern begehrt gemacht, die sein fast künstlerisches Aussehen schätzen. Er ist ein spektakuläres Beispiel dafür, wie die natürliche Selektion einen Körper an einen sehr spezifischen Lebensraum anpassen kann.
Schutz
Für die Art liegt keine formale Risikobewertung vor. Wie bei vielen tropischen Insekten stellt die Zerstörung der Regenwälder dennoch eine mögliche langfristige Bedrohung dar.
Vorteile
- Flacher, geigenförmiger Körper, einzigartig
- Außergewöhnliche Anpassung an enge Räume
- Chemische Abwehr gegen Fressfeinde
Nachteile
- An tropische Regenwälder gebunden
- Bei Insektensammlern begehrt
- Kein gängiges Zuchttier



