Säugetiere

Katta

Lemur catta

Mit seinem schwarz-weiß geringelten, wie eine Fahne erhobenen Schwanz ist der Katta der Wahrzeichen-Primat Madagaskars: gesellig, lautstark und sonnenliebend.

Eigenschaften

Wissenschaftlicher NameLemur catta
Gewicht2,2-3,5 kg
Lebensdauer16-20 anni
GrößeKlein
Energie4/5

Charakter

Sehr gesellig und lautstark, lebt in von Weibchen geführten Gruppen. Er verbringt viel Zeit am Boden, liebt Sonnenbäder und verständigt sich stark über Gerüche.

Ernährung

Allesfresser mit pflanzlichem Schwerpunkt: Früchte, Blätter, Blüten, Rinde und gelegentlich Insekten.

Das Wahrzeichen Madagaskars

Der Katta ist der erkennbarste der Lemuren und eines der Wahrzeichen Madagaskars, dem einzigen Ort der Welt, an dem er wild lebt. Sein unverwechselbares Merkmal ist der lange, schwarz-weiß geringelte Schwanz, der nicht zum Greifen von Ästen dient, sondern zur Verständigung: wie eine Fahne erhoben, erlaubt er den Tieren, Sichtkontakt zu halten, während sich die Gruppe durch die Vegetation bewegt. Die Schnauze ist spitz und fuchsartig, die Augen groß und bernsteinfarben, das Fell grau mit schwarz-weißem Gesicht.

Ein Leben am Boden, ungewöhnlich für einen Lemur

Anders als die meisten Lemuren, die fast ausschließlich in den Bäumen leben, verbringt der Katta viel Zeit am Boden, wo er sich mit erhobenem Schwanz gehend fortbewegt. Er lebt in großen Gruppen, in denen — eine Seltenheit unter Primaten — die Weibchen dominieren: Sie haben Vorrang beim Futter und führen die Wanderungen der Gruppe an.

Das Sonnenbad

Eines der berühmtesten Bilder des Kattas ist das des sitzenden Tieres mit gespreizten Beinen und dem den ersten Morgenstrahlen dargebotenen Bauch, in einer Haltung, die an Meditation erinnert. Es ist kein Ritual: Es ist eine praktische Art, sich nach kühlen Nächten zu wärmen, indem der Bauch, wo das Fell dünner ist, als natürlicher Sonnenkollektor genutzt wird.

Verständigung und Konflikte

Der Katta besitzt ein reiches Repertoire an Lauten und nutzt Gerüche in hohem Maß zur Verständigung. Die Männchen tragen kuriose „Stinkkämpfe" aus: Sie reiben ihren Schwanz an Duftdrüsen an den Handgelenken und wedeln ihn dann dem Rivalen entgegen und fordern ihn mit Geruch statt mit Zähnen heraus. Es ist eine elegante Art, Streitigkeiten ohne Blutvergießen zu regeln.

Schutz

Der Katta ist als gefährdete Art eingestuft. Seine Bestände sind drastisch zurückgegangen wegen der Zerstörung der Wälder Madagaskars, der Jagd und des Fangs für den Tierhandel. Wie alle Lemuren existiert er nur auf dieser Insel: Verschwindet er dort, verschwindet er von der Welt. Sein Überleben hängt ganz vom Schutz der madagassischen Lebensräume ab.

Häufige Fragen

Wozu dient der Schwanz des Kattas?
Nicht zum Greifen von Ästen, sondern zur Verständigung. Wie eine Fahne erhoben, erlaubt er den Gruppenmitgliedern, beim Wandern Sichtkontakt zu halten. Die Männchen nutzen ihn auch, um bei Herausforderungen Duftsignale zu senden.
Warum sonnt sich der Katta in dieser Haltung?
Sitzend, mit gespreizten Beinen und dargebotenem Bauch, wärmt sich der Katta nach kühlen Nächten. Der Bauch hat dünneres Fell und wirkt wie ein natürlicher Sonnenkollektor. Es ist kein Ritual, sondern eine praktische Art der Temperaturregelung.
Wo lebt der Katta?
Nur auf Madagaskar, in freier Wildbahn. Wie alle Lemuren ist er auf der Insel endemisch: Er kommt in der Natur nirgendwo sonst auf der Welt vor. Das macht ihn besonders anfällig für den Verlust der madagassischen Lebensräume.
Stimmt es, dass bei Lemuren die Weibchen bestimmen?
Ja, und es ist eine Seltenheit unter Primaten. In Kattagruppen sind die Weibchen dominant: Sie haben Vorrang beim Futter und führen die Wanderungen der Gruppe an, während die Männchen eine untergeordnete Stellung einnehmen.

Das könnte dich interessieren