Foto: Brian Gratwicke · CC BY 2.0
Schlammteufel
Cryptobranchus alleganiensis
Der Schlammteufel oder Hellbender ist der größte Schwanzlurch Nordamerikas: eine vollständig wasserlebende Riesensalamander-Art, die über Hautfalten atmet.
Eigenschaften
Charakter
Einzelgängerisch, nachtaktiv und scheu; vollständig ans Wasser gebunden.
Ernährung
Fleischfresser: vor allem Flusskrebse und kleine Fische.
Ein Riese verborgen in den Flüssen
Der Schlammteufel (Cryptobranchus alleganiensis), im Englischen Hellbender genannt, ist der größte Schwanzlurch Nordamerikas und die einzige lebende Art der Gattung Cryptobranchus. Der abgeflachte, kräftige Körper kann über 60 cm lang werden; die schleimige, faltige graubraune Haut bildet breite Falten entlang der Flanken. Genau diese Falten sind der Schlüssel seiner Biologie: Sie vergrößern die Körperoberfläche und erlauben ihm, fast vollständig über die Haut zu atmen, im Gasaustausch mit dem Wasser, während die Lungen vor allem dem Auftrieb dienen.
Lebensraum und Verbreitung
Er lebt in klaren, kalten und sauerstoffreichen Flüssen und Bächen im Osten und in der Mitte der USA, von den Appalachen bis zum Einzugsgebiet des Mississippi. Er braucht fließendes Wasser mit steinigem Grund und verbirgt sich unter großen flachen Felsplatten, die ihm auch als Nistplätze dienen. Die Wasserqualität ist für ihn lebenswichtig, was ihn zu einem hervorragenden Bioindikator für die Gesundheit von Fließgewässern macht.
Verhalten und Nahrung
Er ist ein nachtaktiver, einzelgängerischer Räuber, der vor allem Flusskrebse und kleine Fische jagt und seine Beute über Geruch und Vibrationen aufspürt. Tagsüber liegt er reglos unter Steinen. Männchen verteidigen eine Höhle und bewachen die Eier bis zum Schlupf. Die Art gehört zur selben Familie wie die japanischen und chinesischen Riesensalamander.
Wussten Sie schon?
Er stammt aus einer sehr alten Linie: Ähnliche Formen bevölkerten die Flüsse schon vor rund 65 Millionen Jahren. Seine vielen volkstümlichen Beinamen spielen auf sein schleimiges, etwas unheimliches Aussehen an, doch das Tier ist für den Menschen völlig harmlos.
Schutz
Die IUCN führt ihn als gefährdet (Vulnerable). Die östlichen Bestände gehen stark zurück — vielerorts sind fast 80 % rückläufig — durch Verschmutzung, Verschlammung der Flüsse, Verlust der Ufergehölze und Krankheiten. In manchen Abschnitten leben fast nur noch alte Tiere, kaum Jungtiere folgen nach.
Vorteile
- Der größte Schwanzlurch Nordamerikas
- Bioindikator für die Wasserqualität
- Für den Menschen völlig harmlos
Nachteile
- Gefährdet, mit stark rückläufigen Beständen
- Äußerst empfindlich gegenüber Wasserverschmutzung
- Keine Haustierart: in der Natur zu schützen



