Foto: J. Patrick Fischer · CC BY-SA 3.0
Trampeltier
Camelus bactrianus
Mit seinen zwei Höckern und dem dichten Fell ist das Trampeltier das 'Schiff der Wüste' Zentralasiens, das Frost und Dürre gleichermaßen trotzt.
Eigenschaften
Charakter
Sanftmütig, geduldig und ausdauernd
Ernährung
Pflanzenfresser: Gräser, Sträucher und Trockenpflanzen
Das zweihöckrige Kamel
Das Trampeltier ist an seinen zwei Höckern leicht zu erkennen, die es vom Dromedar unterscheiden, das nur einen hat. Es ist ein großes, robustes und imposantes Säugetier, bedeckt von einem dichten, wolligen Fell, das im Winter besonders lang wird. Die Höcker enthalten kein Wasser, wie oft angenommen wird, sondern Fettreserven: einen kostbaren Energievorrat, den das Tier in Zeiten der Nahrungsknappheit nutzen kann. Wenn die Reserven aufgebraucht sind, sacken die Höcker zusammen und hängen zur Seite.
Lebensraum und Verbreitung
Es lebt in den ariden Regionen und Steppen Zentralasiens, in Gebieten mit extremen Klimaten, mit glühend heißen Sommern und eisigen Wintern. Das domestizierte Trampeltier wird seit Jahrtausenden von den Völkern dieser Regionen als Last- und Zugtier sowie als Quelle von Milch, Wolle und Fleisch gehalten. Es ist perfekt an eine sehr raue Umgebung angepasst, in der Wasser und Nahrung knapp sind und die Temperaturen enorm schwanken.
Außergewöhnliche Anpassungen
Das Trampeltier ist ein Meisterwerk der Anpassung. Es kann Durst lange ertragen und, wenn es Wasser findet, enorme Mengen auf einmal trinken. Sein dichtes Fell schützt es sowohl vor intensiver Kälte als auch vor sengender Sonne. Verschließbare Nüstern, doppelte Reihen langer Wimpern und dichte Augenbrauen schützen es vor Sandstürmen, während seine breiten Hufe ihm erlauben, auf Sand wie auf Schnee zu gehen.
Ein jahrtausendealter Gefährte des Menschen
Jahrhundertelang war das Trampeltier ein Protagonist der großen Karawanenwege, wie der berühmten Seidenstraße, und beförderte Waren und Menschen durch Wüsten und Gebirge. Seine Ausdauer und die Fähigkeit, schwere Lasten über weite Strecken zu tragen, machten es für Handel und Reisen im inneren Asien unersetzlich.
Wissenswertes und Schutz
Es gibt auch eine wilde Form des zweihöckrigen Kamels, heute äußerst selten und bedroht, die in wenigen entlegenen Gebieten frei lebt. Das domestizierte Trampeltier hingegen ist verbreitet und wird von Millionen Menschen gehalten. Seine Geschichte bleibt tief mit der der Zivilisationen Zentralasiens verflochten.
Vorteile
- Außergewöhnliche Beständigkeit gegen Hitze, Kälte und Durst
- Unersetzliches Lasttier in extremen Umgebungen
- Liefert Milch, Wolle und Arbeitskraft
- Sanftmütig und für das Leben mit dem Menschen geeignet
Nachteile
- Braucht weite Flächen
- Verliert beim Fellwechsel viel Haar
- Für sehr feuchte Klimate wenig geeignet



