Foto: Robert Pittman · Public domain
Schwertwal
Orcinus orca
Oberster Räuber der Ozeane und in Wirklichkeit der größte der Delfine: Der Schwertwal lebt in eng verbundenen Familien und gibt Jagdstrategien wie eine echte Kultur weiter.
Eigenschaften
Charakter
Intelligent, sozial und kooperativ. Er lebt in stabilen Familienverbänden unter Führung der älteren Weibchen; er jagt im Team mit erlernten, weitergegebenen Strategien.
Ernährung
Spitzenraubtier: Fische, Tintenfische, Robben, Pinguine und, in manchen Populationen, große Wale und Haie.
Der größte der Delfine
Trotz des englischen Namens „killer whale" und seiner imposanten Größe ist der Schwertwal kein Wal, sondern das größte Mitglied der Delfinfamilie. Er ist unverwechselbar durch sein scharf kontrastierendes schwarz-weißes Kleid mit einem weißen Fleck hinter dem Auge und durch seine große Rückenflosse, die bei ausgewachsenen Männchen sehr hoch und gerade sein kann. Der Körper ist kräftig und stromlinienförmig, auf Geschwindigkeit und Kraft gebaut. Er ist ein Spitzenräuber, ohne natürliche Feinde im Meer.
Jagd im Team
Der Schwertwal ist einer der intelligentesten und raffiniertesten Jäger des Planeten. Er jagt in Gruppen mit koordinierten Strategien, die von Population zu Population variieren: Manche verfolgen Fische und Tintenfische, andere jagen Robben, Pinguine oder sogar große Wale und Haie. Einige Schwertwale erzeugen Wellen, um Robben von Eisschollen gleiten zu lassen, andere stranden absichtlich, um Beute am Ufer zu fangen. Diese Techniken werden erlernt und von Generation zu Generation weitergegeben.
Ein Familienleben
Schwertwale leben in sehr stabilen Familienverbänden, oft geführt von den ältesten Weibchen. In vielen Populationen bleiben die Nachkommen ihr Leben lang bei der Mutter. Die Verständigung erfolgt über ein reiches Repertoire an Lauten, und jede Gruppe besitzt einen eigenen „Dialekt" von Rufen, weitergegeben unter ihren Mitgliedern. Diese Weitergabe von Wissen und Gewohnheiten gilt als eine Form von Tierkultur.
Wo er lebt
Der Schwertwal kommt in allen Ozeanen der Welt vor, von den Polargewässern bis zu den tropischen Meeren, und gehört zu den am weitesten verbreiteten Säugetieren. Verschiedene Populationen sind auf unterschiedliche Beute und Lebensräume spezialisiert, so sehr, dass Wissenschaftler untersuchen, ob es sich um eine einzige Art oder mehrere eigene Formen handelt.
Schutz
Weltweit ist der Schwertwal als Art mit unzureichender Datenlage eingestuft, weil seine Populationen so vielfältig und verstreut sind, dass eine einheitliche Bewertung schwerfällt. Manche örtlichen Bestände sind jedoch durch Verschmutzung, den Rückgang der Beute und menschliche Störung ernsthaft bedroht. Sein Schutz erfordert die Erforschung und Bewahrung der einzelnen Populationen.



