Foto: Rabensteiner · Public domain
Ostschermaus
Arvicola amphibius
Die Ostschermaus ist ein halbaquatisches Nagetier mit rundem Schnäuzchen und dichtem braunem Fell, oft für eine Ratte gehalten, aber am Wasser unverwechselbar.
Eigenschaften
Charakter
Halbaquatisch, scheu, fleißig
Ernährung
Pflanzenfresser: Gräser, Wurzeln, Triebe und Wasserpflanzen
Beschreibung
Die Ostschermaus, auch Große Wühlmaus genannt, ist eine der größten Wühlmäuse. Anders als eine echte Ratte hat sie ein rundliches Schnäuzchen, ein pausbäckiges Gesicht, kleine, im Fell versteckte Ohren und einen verhältnismäßig kurzen, behaarten Schwanz. Ihr Fell ist warm dunkelbraun, dicht und samtig. Auch Pfoten und Ohren sind behaart, eine Anpassung an das Leben im Wasser.
Lebensraum und Verbreitung
Sie ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet. Die aquatische Form lebt an Flüssen, Bächen, Kanälen und Teichen mit gut bewachsenen Ufern, wo sie Gänge in die Ufer gräbt. Es gibt auch stärker landlebende, grabende Populationen, die in Wiesen und Bergweiden leben und ausgedehnte Gangsysteme anlegen.
Verhalten
Sie ist ein pflanzenfressendes Tier, das sich von Gräsern, Wurzeln, Trieben und Wasserpflanzen ernährt. Sie schwimmt und taucht geschickt und stürzt sich bei der geringsten Gefahr mit einem charakteristischen "Plopp" ins Wasser. Sie gräbt Baue mit Eingängen unter Wasser oder an den Ufern. Sie ist kurzlebig und sehr fruchtbar, mit mehreren Würfen im Jahr.
Wissenswertes
Trotz ihres volkstümlichen Namens ist sie keine Ratte: Sie gehört zu den Wühlmäusen, verwandt mit den Feldmäusen. In landlebenden Populationen kann sie durch das Benagen von Wurzeln landwirtschaftliche Schäden verursachen. Sie ist zudem eine wichtige Beute für viele Räuber, von Greifvögeln bis zu Mardern.
Schutz
Sie gilt weltweit als nicht gefährdet, doch in einigen Regionen, etwa Großbritannien, hat sie durch Lebensraumverlust und die Prädation durch den eingeführten Amerikanischen Nerz starke Rückgänge erlitten.
Vorteile
- Ausgezeichnete Schwimmerin und Gräberin
- Wichtige Beute für viele Räuber
- Anzeiger von Gewässern mit gesunden Ufern
Nachteile
- Landlebende Populationen können Kulturen schädigen
- Kurzes Leben und hoher Prädationsdruck
- In einigen Regionen rückläufig (Habitat, Amerikanischer Nerz)



