Foto: Mono Andes · CC BY-SA 2.0
Darwin-Nasenfrosch
Rhinoderma darwinii
Winzig und getarnt wie ein totes Blatt, ist der Darwin-Nasenfrosch berühmt für ein einzigartiges Verhalten: Das Männchen zieht seine Jungen im eigenen Schallsack auf.
Eigenschaften
Charakter
Unauffällig, getarnt, schwer fassbar
Ernährung
Insektenfresser: kleine Wirbellose
Ein Frosch, der wie ein Blatt aussieht
Der Darwin-Nasenfrosch ist ein kleiner Lurch von zartem Aussehen, nur wenige Zentimeter lang. Sein kuriosestes Merkmal ist seine Schnauze, die in einer abgeflachten, verlängerten Spitze endet und fast eine kleine Nase bildet. Diese Form, verbunden mit der grünen oder braunen Farbe seines Körpers, lässt ihn überraschend einem toten, auf den Boden gefallenen Blatt ähneln, sodass er in der Waldstreu nahezu unsichtbar wird. Er verdankt seinen Namen dem berühmten Naturforscher Charles Darwin, der ihn während seiner Reise in Chile an Bord der Beagle entdeckte.
Lebensraum und Verbreitung
Er ist in den gemäßigten Wäldern Chiles und Argentiniens endemisch, wo er im dichten Unterholz und in der Streu reifer einheimischer Wälder lebt, oft in Verbindung mit Südbuchen. Er bevorzugt feuchte, gut erhaltene Waldumgebungen, reich an Verstecken und Vegetation.
Eine außergewöhnliche Fortpflanzung
Das faszinierendste Verhalten des Darwin-Nasenfroschs ist die Art, wie er seine Nachkommen aufzieht. Nachdem das Weibchen die Eier abgelegt hat, kümmert sich das Männchen auf eine völlig einzigartige Weise um sie: Sind die Embryonen bereit, verschluckt es sie und behütet sie in seinem eigenen Schallsack, wo sich die Kaulquappen sicher entwickeln. Nach einigen Wochen treten aus dem Maul des Vaters keine Kaulquappen hervor, sondern kleine, bereits vollständig entwickelte Frösche. Es ist einer der sehr seltenen Fälle in der Natur einer 'Maulbrütung' durch das Männchen.
Schutz
Der Darwin-Nasenfrosch wird als gefährdete Art eingestuft. Er ist durch den Verlust und die Fragmentierung der Wälder, den Klimawandel und, besonders gravierend, durch eine Pilzkrankheit der Amphibien, die Chytridiomykose, bedroht, die weltweit viele Froscharten dezimiert. Der Schutz der einheimischen gemäßigten Wälder ist für sein Überleben entscheidend.
Vorteile
- Außergewöhnliche Maulbrütung durch das Männchen
- Perfekte Tarnung als totes Blatt
- Von Charles Darwin entdeckt
- Symbol der gemäßigten Wälder Südamerikas
Nachteile
- Gefährdete Art
- Durch Chytridiomykose bedroht
- Auf reife einheimische Wälder angewiesen



