Foto: frank wouters · CC BY 2.0
Dominikanischer Schlitzrüssler
Solenodon paradoxus
Der Dominikanische Schlitzrüssler ist ein seltenes nachtaktives Säugetier der Karibik, eines der wenigen giftigen Säugetiere der Welt und ein echtes lebendes Fossil.
Eigenschaften
Charakter
Nachtaktiv, einzelgängerisch und scheu; tapsig, aber guter Gräber.
Ernährung
Insektenfresser: Bodenwirbellose, kleine Wirbeltiere, Wurzeln, Früchte.
Eine giftige Riesenspitzmaus
Der Dominikanische Schlitzrüssler (Solenodon paradoxus), auch Agouta genannt, ist ein kleines, pelziges, spitzmausähnliches Säugetier aus der Familie der Schlitzrüssler (Solenodontidae). Er ist eines der wenigen giftigen Säugetiere überhaupt: Er spritzt giftigen Speichel durch eine Rinne in einem seiner unteren Schneidezähne — und dieser „geschlitzte Zahn" gab ihm den Namen. Er besitzt eine außergewöhnlich lange, bewegliche, knorpelige Schnauze, die an der Basis durch ein bei Säugetieren einzigartiges Kugelgelenk beweglich ist und ihm erlaubt, im Boden und in Spalten zu stochern.
Lebensraum und Verbreitung
Er ist auf der Insel Hispaniola endemisch, die sich Haiti und die Dominikanische Republik teilen, und lebt dort in Wäldern, Gebüsch und felsigem Gelände. Den Tag verbringt er geschützt in selbstgegrabenen Bauen und Gängen im Boden oder zwischen Felsen und kommt erst nach Einbruch der Dunkelheit hervor.
Verhalten und Nahrung
Er ist nachtaktiv und ein Insektenfresser: Er ernährt sich vor allem von Bodenwirbellosen — Insekten, Regenwürmern, Tausendfüßern — aber auch von kleinen Wirbeltieren, Wurzeln und Früchten. Sein Gift hilft ihm, Beute zu überwältigen. Er bewegt sich mit tapsigem, watschelndem Gang und verlässt sich mehr auf Geruch, Gehör und Tastsinn als auf das Sehen.
Wussten Sie schon?
Er gehört zu einer sehr alten Linie, die vor rund 60 Millionen Jahren entstand, kurz nach dem Aussterben der Dinosaurier; seine nächsten Verwandten sind Maulwürfe und Spitzmäuse. Zusammen mit dem Kubanischen Schlitzrüssler ist er der einzige lebende Vertreter seiner Familie.
Schutz
Die IUCN führt ihn als nicht gefährdet (Least Concern), doch er bleibt im Fokus von Schutzbemühungen: Er ist empfindlich gegenüber der Zerstörung der Wälder und vor allem gegenüber vom Menschen eingeführten Räubern — Hunden, Katzen und Mangusten —, gegen die er keine entwickelten Abwehrmechanismen hat.
Vorteile
- Eines der ganz wenigen giftigen Säugetiere
- Echtes lebendes Fossil von 60 Millionen Jahren
- Bewegliche Schnauze, einzigartig unter Säugetieren
Nachteile
- Bedroht durch eingeführte Räuber (Hunde, Katzen, Mangusten)
- Auf die Wälder Hispaniolas angewiesen
- Selten und scheu, schwer zu erforschen



