Foto: Rainer Theuer. · Public domain
Nördlicher Kammmolch
Triturus cristatus
Der größte Molch Europas: Der Nördliche Kammmolch verdankt seinen Namen dem gezackten Kamm, den das Männchen im Frühjahr zur Balz entwickelt, über einem farbenprächtigen Bauch.
Eigenschaften
Charakter
Nachtaktiv, scheu; im Frühjahr aquatisch, sonst an Land
Ernährung
Fleischfresser: Wirbellose, Kaulquappen, kleine Amphibien
Der Riese unter Europas Molchen
Der Nördliche Kammmolch ist der größte und stattlichste Molch Europas: Weibchen können 16 cm lang werden. Rücken und Flanken sind dunkelbraun bis fast schwarz und körnig, der Bauch dagegen leuchtend gelb-orange mit schwarzen Flecken — ein bei jedem Tier einzigartiges Muster. In der Fortpflanzungszeit entwickelt das Männchen einen auffälligen gezackten Kamm entlang von Rücken und Schwanz, der an der Schwanzwurzel unterbrochen ist und von einem silbrigen Streifen an den Seiten begleitet wird.
Lebensraum und Verbreitung
Er ist in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas verbreitet, von Großbritannien bis Westsibirien, fehlt aber in den südlicheren Regionen wie der Iberischen Halbinsel. Er lebt in Landschaften mit Teichen, Tümpeln und kleinen, gut bewachsenen Gewässern, umgeben von Wiesen und Wäldern, in denen er seine Landphase verbringt.
Verhalten und Fortpflanzung
Er führt ein Doppelleben: Im Frühjahr wandert er zum Laichen ins Wasser, den Rest des Jahres lebt er an Land, versteckt unter Baumstämmen und Steinen, und jagt nachts. Das Männchen umwirbt das Weibchen mit einem aufwendigen Tanz, wobei es mit dem Schwanz seine Pheromone zufächelt. Das Weibchen legt seine Eier ab, indem es die Blätter von Wasserpflanzen sorgfältig um jedes einzelne faltet.
Wissenswertes
Seine Haut sondert Tetrodotoxin ab, einen giftigen Stoff, der Fressfeinde abschreckt: Der leuchtende Bauch dient als Warnung. Der Kammmolch ist eine Schirmart des Naturschutzes: Der Schutz seiner Tümpel bewahrt die gesamte dort lebende Gemeinschaft von Amphibien und Wirbellosen.
Schutz
Weltweit stuft die IUCN ihn als nicht gefährdet ein, doch in vielen Ländern geht er zurück und ist streng gesetzlich geschützt. Hauptbedrohungen sind der Verlust von Tümpeln, Verschmutzung und der Besatz mit räuberischen Fischen.
Vorteile
- Der größte und spektakulärste Molch Europas
- Balzkamm und farbenprächtiger Bauch
- Schirmart für den Schutz von Tümpeln
Nachteile
- Rückläufig und geschützt: nicht fangen oder stören
- Auf saubere, gut bewachsene Tümpel angewiesen
- Empfindlich gegenüber Verschmutzung und Fischbesatz



