Foto: Petr Hamerník · CC BY-SA 4.0
Titicaca-Riesenfrosch
Telmatobius culeus
Ein vollständig aquatischer, bedrohter Amphib: Der Titicaca-Riesenfrosch atmet durch die gefaltete Haut, die wie ein zu großer Umhang um seinen Körper hängt.
Eigenschaften
Charakter
Wassergebunden, ortstreu, mit gefalteter Haut
Ernährung
Fleischfresser: Flohkrebse, Schnecken, Kaulquappen, kleine Fische
Der Frosch, der über die Haut atmet
Der Titicaca-Riesenfrosch ist einer der ungewöhnlichsten Amphibien der Welt. Er lebt vollständig im Wasser und hat ein auffälliges Merkmal: Seine Haut ist enorm gefaltet und hängt in weiten, schlaffen Lappen um seinen Körper, wie ein mehrere Nummern zu großer Umhang. Dieses etwas komische Aussehen hat ihm den scherzhaften Spitznamen „Skrotum-Frosch" eingebracht. Die Falten sind keine Marotte, sondern eine lebenswichtige Anpassung: Sie vergrößern die Hautoberfläche und lassen ihn Sauerstoff direkt aus dem Wasser aufnehmen, ohne zum Atmen auftauchen zu müssen.
Lebensraum und Verbreitung
Er ist im Becken des Titicacasees endemisch, des großen Hochgebirgssees zwischen Peru und Bolivien, sowie in dessen verbundenen Gewässern. Er lebt auf den kalten, sauerstoffarmen Böden dieses Andensees, auf über 3800 Metern Höhe, wo kaum andere Amphibien überleben könnten.
Verhalten und Anpassungen
Um dem Sauerstoffmangel zu begegnen, besitzt er neben der gefalteten Haut kleine, zahlreiche rote Blutkörperchen und einen langsamen Stoffwechsel. Oft sieht man ihn am Grund eine Reihe von „Liegestützen" ausführen, um das Wasser um seinen Körper zu bewegen und den Gasaustausch zu steigern. Er ernährt sich von Flohkrebsen, Schnecken, Kaulquappen, kleinen Fischen und Wasserinsekten.
Wissenswertes
Er ist einer der größten vollständig aquatischen Frösche der Welt. Leider wird er gesammelt, um zu einem „Froschsaft" gemixt zu werden, der in der andinen Volksmedizin fälschlich als Stärkungsmittel gilt — eine Praxis, die ihn samt der Verschmutzung an den Rand des Aussterbens treibt.
Schutz
Die IUCN führt die Art als stark gefährdet (Endangered). Hauptbedrohungen sind die Seeverschmutzung, das Sammeln zum Verzehr, eingeführte Fischarten und Krankheiten. Zuchtprogramme in Gefangenschaft versuchen, ihn zu retten.
Vorteile
- Atmet über die gefaltete Haut aus dem Wasser
- Außergewöhnliche Anpassung an die Höhe
- Einer der größten Wasserfrösche der Welt
Nachteile
- Stark gefährdete Art
- Bedroht durch Verschmutzung und Sammeln zum Verzehr
- Auf die kalten, sauberen Gewässer des Titicaca angewiesen



